AZ-Redakteur zu Besuch in der Realschule / Sechs Wochen lang Zeitung als Thema im Unterricht

Von
Manfred Janß
KIRN Seit eineinhalb Wochen lesen die Realschüler der 9a Zeitung, genauer gesagt, sie nehmen die AZ Stück für Stück unter die Lupe. Sechs Wochen dauert das Projekt insgesamt. Unter den Fittichen von Klassenlehrerin Sabrina Flesch – sie macht das zum dritten Mal – lernen sie alles kennen, was es in der Allgemeinen Zeitung Interessantes zu lesen gibt.
„Wir haben auch schon selbst eine Zeitungsseite zusammen gestellt, und als nächstes kommt ein Kommentar in einer Klassenarbeit dran“, erzählt sie. Sie bereitet ihre Klasse natürlich intensiv darauf vor, doch das stößt irgendwann an ihre Grenzen. Ein Zeitungsmann muss also her, um ihren Schülern über die Zeitung mal aus erster Quelle zu erzählen, vor allem aber, um den AZ-Redakteur mit Fragen zu löchern.
„Warum sind denn die Champions-League-Ergebnisse heut‘ nicht drin?“, kommt es von den Jungs wie aus der Pistole geschossen. Ganz einfach. Irgendwann muss die Zeitung auch mal gedruckt werden, das heißt, irgendwann am späten Abend laufen die großen Druckwalzen der Rotation in Mainz-Mombach an. Und wenn bis dahin die Ergebnisse noch nicht vorliegen, weil das Spiel zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Ende war, geht das halt nicht mehr mit. Erwartungsgemäß eifern die Jungs beim Zeitunglesen – wenn sie es denn tun – meist ihren Vätern nach. Gefragt, welchen Teil der Zeitung sie sich vornehmen, kommt: „Sport.“
Die Mädchen zeigen sich da pragmatischer. „Wie wird man eigentlich Redakteur? Was braucht man da für eine Ausbildung?“, kam aus ihrer Ecke als Erstes. Abitur, Studium, eine ganze Weile freier Mitarbeiter, zwei Jahre Volontariat und am Ende – wenn’s klappt – eine Stelle als Redakteur. „Eine Menge Holz und ein langer Weg bis zum Ziel“, das war einigen Gesichtern deutlich abzulesen. Erst recht die Antwort auf die Frage, wie lange denn ein Arbeitstag eines Redakteurs so dauere: „Da wir für unsere Leser so aktuell wie möglich sein wollen, kann es schon öfter mal spät werden.“ Vielleicht hat aber die Aussicht, einen sehr abwechslungsreichen und spannenden Beruf zu ergreifen, den ein oder anderen doch zum Nachdenken angeregt…
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