Vielerlei Fragen an der Sophie-Scholl-Schule im Rahmen von „Schüler lesen Zeitung“

ade. FLÖRSHEIM Wer entscheidet, was auf die Titelseite kommt, wie sind die Arbeitszeiten eines Redakteurs oder gibt es auch mal Drohungen, weil einem ein Artikel nicht gefallen hat?
Diese und zahlreiche weitere Fragen stellten die Schüler der Klasse 9Rb der Sophie-Scholl-Schule „Main-Spitze“-Redaktionsleiterin Alexandra Dehne, die sie in einer Unterrichtsstunde besuchte, um über die Arbeit in einer Redaktion zu berichten, was bei den Kindern ersichtlich auf gespanntes Interesse stieß.
Die Klasse von Lehrer Jens Lang nimmt derzeit am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teil. Dies bedeutet, dass sie für sechs Wochen täglich die Zeitung bekommen und im Unterricht über die Konzeption einer Zeitung, die Funktion eines Mediums oder die verschiedenen Stilarten in der Zeitung sprechen.
Während Tatjana grundsätzlich den Sportteil beim Zeitungslesen überblättert, steht dieser bei den meisten männlichen Klassenkameraden an vorderer Stelle bei der Lektüre. Ob es dabei mehr Berichterstattung über Mainz 05 oder Eintracht Frankfurt geben sollte, darüber herrschte dagegen keine Einigkeit bei den Neuntklässlern. Marius freut sich beispielsweise darüber, dass im Lokalsport regelmäßig Hockey-Berichte auftauchen und zu den Sportarten auch übersichtliche Tabellen abgedruckt werden.
Das Interesse der 14- bis 16-Jährigen liegt, so der Eindruck der Redaktionsleiterin, insgesamt eher bei der Lokalberichterstattung als bei überregionalen Themen. Das Geschehen in der unmittelbaren Umgebung interessiere die Kinder am meisten, sagte Joana. Wenn sich andererseits etwas immer wieder in der Berichterstattung wiederhole, wie beispielsweise der Bahnstreik, lese sie das schon gar nicht mehr. Dass das Interesse an der Berichterstattung über bundespolitisches und weltpolitisches Geschehen nicht ganz so groß ist, erklärt Maik ganz einfach: „Die Politik sollte mehr für Jugendliche veranschaulicht werden.“ Schließlich würden sie im Unterricht auch die Parteien durchnehmen und könnten dann auch auf die Zeitung zurückgreifen.
Alexander dagegen wünscht sich, dass mehr über Angebote für Jugendliche berichtet würde, beispielsweise wo es Ausgehgelegenheiten auch schon für 16-Jährige gibt. Und Chira würde gerne mehr über Mode in der Zeitung lesen.