Über den Sinn der Unterrichtsgarantie

HOFHEIM Es ist schon erstaunlich, wie es das Kultusministerium hinbekommt, eine doppelte Garantie darauf zu geben, dass bei uns Schülern keine Stunden mehr ausfallen. Denn sehen Sie sich einfach mal das Wort „Unterrichtsgarantie Plus“ an. Da wird etwas schon garantiert und dann noch mit einem „Plus“ versehen. Gibt’s das?
Und was ist es in Wirklichkeit? Die Vertretungsstunden bringen uns mit Hausaufgaben abschreiben und gegenseitig Witze erzählen wirklich sehr viel!?
Am besten wäre wahrscheinlich, wenn unsere „Vertretungslehrer“ selbst noch einen Witz mitbringen würden, so nach dem Motto: „Kommt ein Mann zum Arzt. . .“. Dann hätten sie sogar noch etwas Positives zu unserem „Unterricht“ beigetragen. Leider aber versuchen unsere Aushilfslehrer eigentlich immer nur, sich und uns halbwegs durch die Stunden zu bringen, indem sie uns „spannende“ Geschichten erzählen oder uns einfach Hausaufgaben machen lassen.
Ach ja, fast vergessen: Dazu müssten diese „Lehrer“ immer erst mal da sein. Das ist aber normalerweise nur selten der Fall.
So wird von der Schulleitung alles aktiviert, was „Lernstoff“ vermitteln kann. Gestern zum Beispiel kam unser Hausmeister in die Klasse und hat einen Nagel in die Wand geschlagen. Das war wahrscheinlich unsere Physikstunde mit dem Thema: „Das Treiben eines festen länglichen Körpers in undurchdringlich erscheinende Gegenstände mittels eines Metallkörpers mit Holzstiel“. Oder doch nicht? Man weiß ja nie.
Leonard Raffel, Klasse 8d der Main-Taunus-Schule, Hofheim