FUSSBALL Lilien-Spieler Jerôme Gondorf berichtet über diese Saison und von sich selbst

DARMSTADT. Sie lesen leidenschaftlich gerne die Zeitung und schreiben ebenso leidenschaftlich: die Jugendlichen, die am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teilnehmen, das diese Zeitung gemeinsam mit den Projektpartnern umsetzt, werden selbst zu Reportern.Das folgende Interview hat Selina Tauschmann, Schülerin der G9b der Stadtteilschule Arheilgen, mit dem Mittelfeldspieler Jerôme Gondorf von den Lilien geführt.

Hast du bestimmte Rituale vor dem Spiel? Man sieht dich meistens kurz vor Anpfiff nochmal die Schuhe binden.

Genau, das ist mein Ritual. Ich binde mir quasi nach jeder Aufwärmübung, also vor Anpfiff, nochmal die Schuhe. Das mache ich, glaube ich, seit der dritten Liga. Seitdem habe ich das beibehalten und es hat mich glücklicherweise immer vor großen Verletzungen beschützt. Da bin ich abergläubisch.

Wie findest du die Unterstützung der Fans in guten sowie in schlechten Zeiten?

Also ich kann nur vom Bölle reden und da waren die letzten drei Jahre durchweg positiv. Da ist natürlich auch die Stimmung positiv und gerade dieses Jahr sieht man, was hier entstanden ist. Die Fans honorieren, was zu leisten man hier fähig ist. Auch aufgrund des Etats und der Infrastruktur. Die Fans können auch gut einschätzen, ob der Abstieg jetzt arg schlimm ist oder nicht. Dementsprechend ist die Stimmung hier am Bölle herausragend.

Mit welchen Gefühlen beendet man so eine Saison?

Eigentlich positiv, weil ich glaube, dass gerade die Rückrunde sehr viel Spaß gemacht hat und, dass man erhobenen Hauptes die Saison beenden kann. Ich glaube, wir haben alle gezeigt, was zu leisten wir in der Lage sind. „Wir hatten einfach diese Saison ein Stück weit Pech und haben die 50/50 Spiele nicht auf unsere Seite bekommen.“ Auch haben wir wahrscheinlich ein Stück weit unter der Hinrunde gelitten. Aber wichtig ist, wie wir uns in den letzten Wochen präsentieren und deshalb ist mein Gefühl eigentlich durchweg positiv.

Was hat sich verändert, dass es in den letzten Spielen noch einige Tore gab?

Jetzt greift einfach alles, woran wir schon die ganze Zeit arbeiten. Wohin wir uns entwickelt haben im fußballerischen Bereich. Jetzt fangen wir an, Tore zu schießen, was davor nicht so ganz geklappt hat und ich glaube, dass das der Schlüssel zum Erfolg ist derzeit.

Welches war dein schönstes Tor, dass Du geschossen hast?

Ganz eindeutig, mein Tor im Relegationsspiel in Bielefeld, welches ich, würde ich sagen, um die 65. Minute rum geschossen habe. Stimmt das? (Recherchiert von Selina T. : Es war in der 79. Minute).

Was war der schönste Moment in deiner Fußballkarriere?

Der schönste Moment für mich war der Aufstieg in die 1. Liga. Das war gleichzeitig die Erfüllung meines Traumes, den ich schon als Kind hatte. Als wir das geschafft haben, wurde dieser Traum wahr. Letztendlich habe ich für genau diesen Traum gelebt und dabei auf vieles verzichtet. Dieser Moment hat mir dann so am Meisten zurückgegeben.

Für welchen Verein würdest du gerne mal spielen und wer ist dein Fußballidol?

Das werde ich nicht mehr schaffen, aber Bayern München war immer mein Traumverein. Einfach auch durch mein Vorbild Bastian Schweinsteiger. Ich fand immer klasse, wie er das Spiel gelesen hat, wie er es selber dirigiert hat. Das hat mir einfach imponiert. Dadurch wurde ich auch Fan vom FC Bayern und darum wäre es auch mein Traumverein.

Was wärst du geworden, wenn deine Karriere als Fußballspieler nicht geklappt hätte und warum?

Lehrer. Da ich schon immer gerne mit Kindern gearbeitet habe und ich das einfach gerne in meiner beruflichen Laufbahn so bewerkstelligt hätte. Ich hatte ja auch schon damals, als ich bei den Stuttgarter Kickers spielte, nebenher mit einem Studium begonnen. Dieses konnte ich dann aber nach dem Wechsel zum SV Darmstadt 98 leider nicht mehr fortführen. Sonst säße ich jetzt wahrscheinlich auf der Lehrerbank und würde Geografie, Politik und Sport unterrichten.

Das Interview führte Selina Tauschmann.