PROJEKT Bei einem gemeinsamen Frühstück stellen die Jugendlichen der 8a der Eleonorenschule im Rahmen von „Schüler lesen Zeitung“ zahlreiche gute Fragen

Von Patrick Körber

DARMSTADT. Regelmäßige Zeitungsleser sind sie normalerweise nicht, doch lassen sich einige der Achtklässler der Eleonorenschule immer mal wieder in einen Text locken, „wenn das Bild gut“, die „Überschrift oder das Thema spannend“ sind. Das berichteten die Schüler der 8a der Eleonorenschule beim „Zeitungsfrühstück“, das im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ der Verlagsgruppe Rhein Main, in der auch das ECHO erscheint, stattfand. Bei Brötchen und Kuchen, die auf in Zeitungspapier gewickelte Tellern serviert wurden, konnten die 13- bis 14-Jährigen alle möglichen Fragen rund um die Zeitung stellen und selbst beantworten. Als Ansprechpartner stand ihnen der Autor dieses Textes, Leitender Redakteur für Darmstadt und Südhessen, zur Verfügung. Offenbar waren die Schüler von ihrem Klassenlehrer Peter Eikenloff bestens vorbereitet worden, denn auch schwierige Fragen konnten die Mädchen und Jungen sich erschließen, zum Beispiel wann ein Thema so wichtig ist, dass es in Zeitung steht: Es muss aktuell sein, wenn viele Menschen betroffen sind, wenn es mit Prominenten zu tun hat, wenn das Ereignis in unserer Nähe stattfindet, wenn es Bezüge zu unserer Kultur gibt und so weiter. Zwei Stunden lang tauschten sich Redakteur und Schüler lebhaft aus. So wollte Felix beispielsweise wissen, ob ich selbst regelmäßig das ECHO lese und wie es sich anfühlt, wenn man die Artikel von Kollegen liest. Die Klasse hörte als Antwort, dass man auch als Redakteur ein „normaler“ Leser ist, der sich von einer gut geschriebenen Geschichte in den Bann ziehen lässt. Allerdings, das muss man einräumen, schaut der Profi auch mit kritischem Blick drauf und ärgert sich, wenn etwas nicht so umgesetzt ist, wie wir es uns vorgenommen haben. Eine ebenfalls gute Frage kam von Javin, der wissen wollte, mit welchen Schwierigkeiten man es im Alltag regelmäßig zu tun hat. Hier fanden die Gymnasiasten selbst Antworten. So kann sich Maria vorstellen, dass es zu einer Schreibblockade kommen kann, wenn man nach ein paar Sätzen einfach mal nicht weiter weiß. Jedoch kommt das gar nicht so oft vor, denn das hat auch mit Routine zu tun, erkläre ich den Schülern. Auch „die Interessen der Leser zu treffen“, meint ein Mitschüler, sei bestimmt schwer. Womit er recht hat, zumal die Geschmäcker der Leser unterschiedlich sind, man also ein Angebot schaffen muss, in dem möglichst alle Leser etwas finden, das ihnen „schmeckt – wie in einem Supermarkt“.

Was passiert, wenn man nicht fertig wird?

Und dann weiß ich nicht, was ich auf die Frage antworten soll: „Sind Sie zufrieden mit Ihrem Gehalt?“ Besser findet sich da eine Antwort auf die Frage, ob die Arbeit stressig sei, was Nico wissen will oder was denn passiere, „wenn man mal nicht fertig wird, bevor die Zeitung gedruckt wird“ (Marlon) – die Antwort: „Man tauscht einen Ersatztext ein.“ Bei dem lebhaften Austausch zeigt sich auch, dass die Schüler der 8a auch sehr kritische Leser sind – acht Wochen lang bekommen sie täglich einen Klassensatz ECHO-Zeitungen geliefert. So findet kein Schüler die Überschrift unserer Titelgeschichte vom Mittwoch „Allianz gegen Einbrecher“ spannend. Ein Schüler meint, er sei noch zu jung, um sich für das Thema zu interessieren. Immerhin kommt das Foto dazu gut an, es zeigt einen Täter im Kapuzenpulli, der eine Tür mit dem Stemmeisen aufhebelt. Die jungen Nachwuchsleser beweisen sich als differenzierte Leser – ein spannender Vormittag.