Pestalozzi-Grundschüler fragen Ingelheimer AZ-Redakteurin über das Zeitungmachen aus

Es ist schon erstaunlich, wie gut die Mädchen und Jungen vorbereitet waren. Und sie konnten es kaum abwarten, die Redakteurin der Allgemeinen Zeitung mit Fragen zu überschütten. Kaum hatte dieser Unterricht der etwas anderen Art begonnen, schnellten kleine Hände in die Höhe, um endlich alles zu erfahren, was das Zeitung machen im Allgemeinen und die Arbeit eines Redakteurs im Besonderen betrifft.
Nachbarschaft
Die Ingelheimer Grundschule nimmt an dem Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teil, und drei Wochen beschäftigten sich die Kinder gemeinsam mit Klassenlehrerin Sabine Debo regelmäßig im Unterricht mit Artikeln aller Gattungen, wobei die Meldungen besonders unter die Lupe genommen wurden. Und natürlich die Kinderseite in der Samstagsausgabe mit Leo und den Witzen, die kleine AZ-Leser in die Leo-Redaktion schicken. „Wer wählt die Witze eigentlich aus“, wollten die Kinder wissen. „Warum ist die Zeitung samstags so dick?“ Oder: „Warum sind an den Seiten so kleine Löcher?“ Diese und noch viel mehr Fragen versuchte Helena Sender-Petry den Mädchen und Jungs zu beantworten. Auch die: Doch was tut eine Redakteur, eine Redakteurin den lieben langen Tag? Wie viele Stunden muss gearbeitet werden? Führen er oder sie nur Interviews? Wie führt man eigentlich ein Interview? Was passiert, wenn der Gesprächspartner nix sagen will?
Wer fotografiert, wer schreibt, wer trägt die Zeitungen aus? Welche Ausbildung braucht man? Und wie kommen die Nachrichten aus der weiten Welt ins Blatt? Fährt da jemand von der AZ hin? Was sind Agenturen? Fragen über Fragen. Ein Indiz dafür, mit welch großem Interesse die Kinder die AZ studiert und analysiert haben.
Wissen wollten die Mädchen und Jungs natürlich auch, ob der Redakteurin ihre Arbeit auch Spaß macht und „ob dieser Beruf leicht ist“. Dass es manchmal ganz schön anstrengend sein kann, immer wieder neue Geschichten aus Ingelheim aufzuspüren, räumte Helena Sender-Petry schon ein.
Denn ist das Terminbuch leer, wird die AZ zwecks Berichterstattung weder zu Konzerten, Stadtratssitzungen oder anderen Presseterminen eingeladen, wenn das politische und gesellschaftliche Leben gerade einen Tiefschlaf hält, dann müssen sich die Journalisten ganz alleine darum kümmern, damit eine interessante Zeitung von Montag bis Samstag im Briefkasten steckt. Allerdings niemals am Sonntag, was die Pestalozzischüler dann doch wunderte. „Wollt ihr sieben Tage in der Woche in die Schule gehen?“, fragte Klassenlehrerin Sabine Debo. „Sicher nicht.“ Damit hatte sich die Antwort der Redakteurin erübrigt, die Kinder verstanden, dass auch Zeitungsleute – vom Drucker bis zum Redakteur – mal einen freien Tag brauchen.
Sabine Debo erzählte der AZ-Redakteurin, dass die Schülerinnen und Schüler auch eigene Interviews geführt haben. Zudem habe die Klasse aus Zeitungen Collagen geklebt und ein Gedicht von Josef Guggemos illustriert, nämlich „Das große kecke Zeitungsblatt“.