Neue Runde beim Projekt „Schüler lesen Zeitung“ der Verlagsgruppe Rhein Main

Von
Robert Neuber
„Die Presse ist recht eigentlich das Werkzeug der Freiheit“ – so beschrieb der französische Staatsphilosoph Alexis de Tocqueville im Jahre 1835 das Medium, das er als wesentliche Säule der freiheitlichen US-amerikanischen Demokratie erkannt hatte. Was umgekehrt bedeutet, dass niemand wirklich frei sein kann, der nicht in der Lage ist, dieses „Werkzeug“ auch zu benutzen. Auch aus dieser Perspektive muss das Projekt „Schüler lesen Zeitung“, das die Verlagsgruppe Rhein Main derzeit mit Sponsoren wie Boehringer Ingelheim, der Sparkasse Rhein-Nahe und dem norwegischen Papierhersteller Norske Skog an die Schulen der Region bringt, gesehen werden.
36 Klassen aus 14 Schulen in der Region nehmen das Angebot an, mit Jugendlichen intensive „Werkzeugkunde“ zu betreiben – zu lernen, wo in der lokalen Tageszeitung welche Informationen zu finden sind, wie sie ins Blatt kommen, wer die Menschen sind, die die viel diskutierte „Schleusenwärter-Funktion“ in den Medien erfüllen: die Journalisten. Welche Darstellungsformen gibt es, welche journalistischen Regeln sind beim Schreiben eigener Artikel zu beachten, welche Unterschiede gibt es beispielsweise zwischen der Boulevardpresse und der Tageszeitung? Den Pädagogen steht ein umfangreiches Programm zur Verfügung, das von den Medienpädagogen der Agentur Pro Media ausgearbeitet wurde und das an die Schüler der jeweiligen Schulformen leicht angepasst werden kann.
Für Projektleiter Ralf Foltz, selbst Lehrer für Deutsch und Geschichte, ist die Tageszeitung zur Leseförderung bestens geeignet, schließlich sei sie „das aktuellste Schulbuch, das es gibt“. Bei „Schüler lesen Zeitung“ kommen die Jugendlichen aber auch in Kontakt mit der Redaktion vor Ort und können sich so aus erster Hand über den Beruf informieren, der Profis wie Peter Königsberger, den stellvertretenden Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung, so begeistert: „Ich mache das jetzt schon 30 Jahre und sechs Monate“, erzählte er gestern, „und ich habe mich nie auch nur eine Sekunde gelangweilt.“
Die teilnehmenden Schüler können natürlich eigene Beiträge verfassen, die nach Absprache mit der jeweiligen Redaktion veröffentlicht werden können. Mit Themen und Rechercheangeboten werden sie von Boehringer Ingelheim und Norske Skog unterstützt. Der Papierhersteller prämiert den besten und interessantesten Artikel, der veröffentlicht wurde, mit der Einladung der gesamten Klasse ins Werk nach Duisburg.
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