Viele Menschen verletzen sich selbst, ohne dass es bemerkt wird

HOFHEIM Es ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken, keiner ahnt wie viele Menschen sich selbst verletzen. Obwohl man die Betroffenen inzwischen überall findet und eigentlich jeder von uns irgendwie mit einem dieser Menschen etwa zu tun hat, ist Selbstverletzendes Verhalten (SvV) immer noch den meisten unbekannt. Es gehört zu den Dingen, über die man nicht spricht, das sollte sich endlich ändern!
Es sind vor allem Mädchen und Frauen betroffen, aber auch Männer und Jungen verletzen sich selbst. SvV steht für den Drang, sich selbst Schmerzen und Schaden zu zufügen, oft wird versucht, den inneren Schmerz durch den äußeren Schmerz zu übertönen. Die wohl häufigste Art der Selbstverletzung ist das „Ritzen“ oder Schneiden, dabei fügt man sich tiefe und weniger tiefe Schnittwunden an Armen, Beinen oder dem gesamten Körper zu.
Andere Formen des SvV sind absichtliche Verbrühungen, Verbrennungen oder Verätzungen, aber auch Nägelkauen oder Ausreißen von Nägeln kann schon eine Art von Selbstverletzung sein. Besonders gefährdet sind Personen mit bestimmten Verhaltensmustern oder Eigenschaften, wie zum Beispiel Menschen, die sich selbst nicht leiden können, kein Selbstvertrauen besitzen, depressiv oder suizidgefährdet sind und empfindlich auf Ablehnung oder Demütigung reagieren.
Außerdem betroffen sind Gewaltopfer, bei Missbrauch oder ähnlichem. Viele sind sich nicht darüber im Klaren, dass auch Bulimie und Anorexie (Magersucht) Formen des SvV sind. „Think Thin“, das sind die Buttons, die von vielen Jugendlichen getragen werden. Sie heißen so viel wie: „Denk dünn“. Die „proAna“- und „proMia“-Bewegung ist nicht gerade sehr hilfreich, um diesen ganzen Schlankheitswahn zu stoppen. ProAna heißt Pro Anorexie und proMia heißt pro Bulimie. Vor allem im Internet gibt es viele Seiten, in denen die Magersucht als gut und schön dargestellt wird. Es sind Seiten, auf denen einem gezeigt werden soll, wie toll es ist, magersüchtig zu sein. Man findet zum Beispiel unter den zehn Geboten die Regel „Dünn sein ist wichtiger als gesund sein“. Bulimie und Magersucht ist eins der Themen, mit denen sich zwar viele beschäftigen, wogegen jedoch niemand wirklich etwas unternimmt, da sich keiner verantwortlich fühlt.
Egal welcher Form von SvV man begegnet, man sollte nicht wegschauen oder sich darüber lustig machen. Aber vor allem sollte man sich darüber im Klaren sein, dass dieses Problem durchaus existiert, jeder kann versuchen zu helfen, wenn ein Betroffener Hilfe braucht oder sucht.
Julia Wendel und Leonie Weber, Klasse 8d der Main-Taunus-Schule, Hofheim