Von
Jana Hottum
ALZEY Das in Niedersachsen seit 2004 eingeführte Modell „Begleitetes Fahren ab 17“ hat sich bundesweit bewährt. Nachdem sich 2005 alle Bundesländer dem Projekt angeschlossen haben, wurde nun positive Bilanz gezogen. Es gibt bei den Betroffenen keine Auffälligkeiten bei Unfällen oder Verstößen. Um bereits mit 17 selbst am Steuer eines Autos zu sitzen, benötigen die Fahrer die Zustimmung ihrer Erziehungsberechtigten. Diese unterschreiben, dass ihre Kinder bereits mit 17 in Begleitung eines Erwachsenen ab dem vollendeten 30. Lebensjahres ein Auto fahren dürfen. Die bei der Begleitung befugten Personen werden im Führerschein eingetragen. Ausschließlich die auf dem Schein genannten Personen können als Beifahrer mitfahren. Die Anzahl ist nicht limitiert.
Begleitetes Fahren
Entscheidet sich ein Jugendlicher, bereits nach dem vollendeten 17. Lebensjahr selbst zu fahren, muss er ein halbes Jahr vor seinem 17. Geburtstag regelmäßig die Fahrschule besuchen und einen Antrag auf diesen Führerschein stellen. Nach bestandener Prüfung und Aushändigung des Führerscheins darf der Jugendliche bis zu seinem 18. Geburtstag ausschließlich in der Gegenwart der auf dem Schein eingetragenen Begleitperson ein Auto fahren. Außerdem gilt sein Führerschein bis dahin nur in Deutschland. Die begleitende Person muss sich wie der Fahrer selbst an die Regeln halten. Dazu zählt zum Beispiel das Verbot jeglicher Rauschmittel vor und während der Fahrt. Voraussetzung als Begleitperson zu agieren ist außerdem, seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen im Besitz der Fahrerlaubnis B zu sein und außerdem zum Zeitpunkt der Prüfungsbescheinigung nicht mehr als drei Punkte im Verkehrsregister aufzuweisen zu haben. Von diesem Modell versprachen sich Politiker und Experten einen Rückgang der Verkehrsunfälle bei Fahranfängern. Durch ein Jahr errungene Fahrpraxis, die stets mit einem erfahrenen Autofahrer an der Seite absolviert wurde, soll der Blick für alltägliche, gefährliche Situationen sensibel gemacht werden.
Studie bestätigt
Die Praxis hat das bestätigt, die Begleitstudie der Universität Gießen belegt, dass Teilnehmer des Modells 22,7 Prozent weniger Verkehrsverstöße begehen als vergleichbare Kontrollgruppen von Fahranfängern. 28,5 Prozent weniger Unfälle wurden von ihnen verursacht.