Ein Blick in die Historie und den Umgang mit dem Feiertag

WIESBADEN Obwohl Weihnachten heutzutage ein zentrales Fest der Christen ist, ist die Tradition schon viel älter, als das Christentum selbst. In der Bibel lässt sich außer der Geburt Jesus Christus nichts über den Ursprung oder Bräuche zum Weihnachtsfest finden. Es gibt auch keinen genauen Hinweis auf Jesu Geburtsdatum. Da die Nächte damals in Israel sehr kalt waren, wäre es sicherlich nicht ratsam gewesen, die Tiere im Freien zu lassen, außerdem verbrachten die Herden im Winter in Schafställen. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass Jesus im Winter geboren wurde.
Und warum sollte ausgerechnet im Winter eine Volkszählung durchgeführt werden? Aber warum wird dann Weihnachten am 25. Dezember gefeiert? Schon früher in der vorchristlichen Zeit war in vielen Kulturen der 25. Dezember ein wichtiges Datum. In Persien soll an diesem Tag Mithras, der Licht- und Sonnengott, geboren worden sein. Im Jahre 70 unserer Zeit begann sich der Mithraskult im römischen Reich auszubreiten. Bestandteile des Kultes waren die Taufe, Firmung und Kommunion, sowie die Lehre der Dreieinigkeit und die Unsterblichkeit der Seele. Auch wurde an diesem Tag die Wintersonnenwende gefeiert.
Die Germanen feierten zu dieser Zeit das Julfest, auch Mittwinterfest. Im römischen Reich wurde ein Friedensfest zum Gedenken der Armen und Sklaven gefeiert. Die damaligen Kirchenoberhäupter nutzten dieses Fest und wandelten es zur Legende von Christus Geburt um. Auf dem 2. Konzil von Konstantinopel im Jahre 381 wurde das Weihnachtsfest schließlich zum Dogma erklärt. So wurde aus dem Sonnenkult der Römer das christliche Weihnachten. Die U.S. Catholic Zeitschrift erklärte: „Es ist unmöglich, Weihnachten von seinen heidnischen Ursprüngen zu trennen.“
Wie haben einige reagiert, als sie Kenntnis über den Ursprung des Weihnachtsfestes erhielten? In der World Book Encyclopedia heißt es unter „Weihnachten“: „Im 17. Jahrhundert war Weihnachten in England und in Teilen der englischen Kolonien in Amerika verboten.“ Erst im Laufe des 7. und 8. Jahrhunderts verbreitete sich in Deutschland das Datum des 25.Dezembers als Festtag, an dem Christi Geburt gefeiert wurde.
Für die Hintergründe der traditionellen Feste, ob christlichen oder heidnischen Ursprungs, wird heute nur noch wenig Interesse gezeigt, wie auch die Frauenzeitschrift „Lisa“ bestätigt. Laut einer Umfrage interessieren sich 94 Prozent der Befragten nicht für den Ursprung von Weihnachten. Vielmehr quält die meisten Menschen eher die Frage, was werden wir Tante Anni dieses Jahr schenken?
Also kann man Weihnachten wirklich mit gutem Gewissen ein „christliches Fest“ nennen?
Salome Waldeck, Klasse 8 der Werner-von-Siemens-Schule, Wiesbaden