Schülerinnen geben Tipps für kostenfreie Unterhaltung

WIESBADEN Wiesbaden, Landeshauptstadt und Kur-stadt. Nach außen sieht es so aus, als gäbe es genügend Angebote für Jugendliche. Doch der Schein trügt, alles hat eben seinen Preis.
Kaum zu glauben, aber wahr: In Wiesbaden sind laut Sozialstatistik allein 22 Prozent der Jugendlichen unter 15 Jahren von Sozialhilfe abhängig. Hier mal ins Kino, auf die Eisbahn, dann mal in die Stadt zum Shoppen – das ist nicht für jeden selbstverständlich. Aber was kann man tun, wenn das Geld mal nicht reicht? Viele Jugendliche kennen dieses Problem, denn ihre Eltern müssen – wie 25 Prozent der Haushalte in Wiesbaden – mit nur 1300 Euro im Monat auskommen, da bleibt nicht viel für das Taschengeld übrig.
Das Jugendzentrum Wiesbaden-Biebrich ist ein Beispiel für eine Einrichtung, die sich dieses Problems angenommen hat, um Jugendlichen aus sozial schwächeren Familien einen abwechslungsreicheren Alltag zu bieten. Das Zentrum übernimmt die Kosten für teurere, sonst nicht bezahlbare Aktivitäten wie z.B. einen Kinobesuch. Außerdem bekommen die Jugendlichen dort ein warmes Mittagessen und haben die Möglichkeit, sich in mit Kicker und Billardtischen ausgestatteten Aufenthaltsräumen zu vergnügen. Allerdings sind die meisten von uns spontan befragten Passanten der Meinung, es würde zu wenig für die kulturelle Ausbildung getan. „Am besten wäre es, wenn das Theater auch mal zu den Jugendlichen käme“, meint Leiterin Gabi Reiter.
Weitere Möglichkeiten bieten die kirchlichen Gemeinden. Sie stellen Jugendlichen oft Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Luther- und Dreifaltigkeitskirche etwa veranstalten Partys, haben regelmäßig stattfindende Jugendtreffs und organisieren auch Freizeiten. Die Stadt Wiesbaden bietet in den Ferien Jugendlichen die Möglichkeit, sich aktiv und kreativ zu beschäftigen. Doch leider entsprechen die Angebote nicht der großen Nachfrage. Es wäre deswegen ratsam, das Angebot zu erweitern und es den verschiedenen Gruppen anzupassen. Wenn es mehr ansprechende Werbung gäbe, würden die Teens in Wiesbaden auch wissen, wohin sie gehen können, wenn es langweilig und der Geldbeutel mal nicht prall gefüllt ist.
Vera Thielen-Mrohs und Marleen Scheuerling, Klasse 9c der Gutenbergschule, Wiesbaden