Die Klasse 4c in Simmertal startet Projekt „Schüler lesen Zeitung“

Von
Sascha Saueressig
SIMMERTAL Blätter rascheln, die Köpfe stecken tief in der Zeitung. „Leseförderung“ ist im Qualitätsprogramm der Simera-Grundschule verankert, daher bietet die Aktion „Schüler lesen Zeitung“ der Allgemeinen Zeitung eine gute Gelegenheit, die Kinder an die Informationen einer Tageszeitung heranzuführen.
Viel vorgenommen haben sich die 20 Schüler der 4c – sie wollen zusammen mit ihrem Klassenlehrer Alexander Pfeifle eine eigene Schülerzeitung erstellen. Dazu haben sie erst einmal viele Fragen an den Fachmann: vom Allgemeinen bis zu detaillierten Fragen zu ihrem Projekt. Sie wollen wissen, wie eine Zeitung aufgebaut ist, was ein Redakteur verdiene, warum es denn nicht jeden Tag Seiten für Kinder gebe, aber auch, was ganz wichtig sei oder wie ein Foto gemacht wird. „Wichtig ist, auf den Fotos immer nett auszusehen“, weiß der zehnjährige Marcel.
Cheyenne kann sich nicht vorstellen, wie ein Interview geführt wird. Was sie denn überhaupt fragen solle oder wie sie sich vorbereiten könne, will sie wissen. „Es ist wichtig zu wissen, was man fragen will und mit weiteren Fragen das Gespräch zu steuern“, erklärt Redakteur Sascha Saueressig.
„Und was mache ich, wenn mein Gegenüber mir nichts erzählen will“, fragt der zehnjährige Fabian. Die Antwort: Höflich bleiben, offene Fragen stellen – und wenn er gar nichts sagt, jemand anderen fragen.
Ideen haben die Viertklässler einige. Ein Comic, Rätsel, Sportnachrichten, eine Umfrage zur Schule oder auch die Vorstellung ihrer Lehrer können sie sich als Themen vorstellen. „Sollen wir alle Lehrer vorstellen“, will der zehnjährige Fabian wissen. Interessiert schauen die Kinder nach vorne. Abhängig vom Platz in der Zeitung müssten Schwerpunkte gesetzt werden, hören die Schüler als Antwort. Entscheidend sei, was ihre Mitschüler lesen wollten, sagt der Redakteur.
Und dass es Einiges gibt, was in einer Zeitung kindgerecht und interessant ist, haben die Schüler schon untersucht. Auf vier DIN A 3 Pappkartons haben sie die ausgeschnittenen Artikel der Zeitung sortiert nach Wichtigkeit platziert. Der zehnjährige Fabian erläutert den beiden Mädchen, die am Vortag gefehlt haben, die vier Farben: von Schwarz, was bedeutet, dass die Texte die Viertklässler nicht interessiert, über Gelb für kaum gelesen, zu Grün, um ein interessantes Thema zu markieren, bis zu den Topthemen auf dem roten Plakat.
Vor allem Sport, aber auch Comics und Berichte aus dem Kirner Lokalteil interessieren die Jungs und Mädchen. „Wir haben auf jede Geschichte auf der Rückseite geschrieben, warum wir sie so eingeordnet haben“, sagt der Zehnjährige und zeigt auf einen reinen Textbeitrag über die Jobsituation in Mainz. Auf der Rückseite steht zu lesen, dass der Artikel nicht „so spannend“ sei, da alles „so schwarz“ ist.
Auch über die künstlerische Gestaltung einer Schülerzeitung haben sich die 20 Kinder schon Gedanken gemacht. Ein Kätzchen, das an einer Flasche nuckelt, bringt Marcel auf die Idee: „Immer diese Milch – ich will Fleisch, ich bin ein Raubtier“. Marcel hat in seinem Berichtsheft Dutzende von Fotos und Köpfen aus Artikeln ausgeschnitten und sich lustige Bildunterschriften ausgedacht – Ideen und Vorschläge, die die Viertklässler nun in den kommenden drei Wochen sammeln wollen, um ihre eigene Zeitung zu erstellen.