Die 4b an der Grundschule Königstädten und ihre Erlebnisse bei „Schüler lesen Zeitung“

Von
Lars Hennemann
„Ich hätte nicht gedacht, dass da so viele interessante Sachen auf den lokalen Seiten stehen“, sagt Miguel Huertas Gonzales. Ähnlich ist es wohl vielen seiner Klassenkameraden gegangen: „Ich habe gedacht, die Zeitung ist vor allem so ein Erwachsenenkram. Jetzt lese ich vor allem den Teil über Rüsselsheim“, ergänzt Eva Christine Poluschkin.
Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christine Hartmüller haben die Kinder sich die Zeitung Stück für Stück erarbeitet. In freiwilligen Hausaufgaben wurden Geschichten geschrieben sowie bestimmte Themen in Frage und Antwort geklärt. „Ich weiß jetzt, dass die Zeitung nicht so langweilig ist wie sie aussieht. Vor allem die Überschriften helfen“, sagt Cilia Marie Klemm. Auf die Frage, ob denn die Zeitung auch für Kinder wichtig ist, sagt Luisa Desiree Abraham ganz diplomatisch: „Sie ist nicht für Kinder geschaffen, aber wichtig ist sie schon.“
Auch mit ihren Eltern haben die Kinder über die Zeitung gesprochen: „Ich erzähle meinem Papa immer alles, was in der Zeitung steht. Seitdem liest er die Zeitung auch mehr“, verrät Patricia Mees. Die verschiedenen Themen kommen dabei unterschiedlich gut an. „Nur Politik ist voll langweilig“, meint Kevin Hoffmann. Lisa Roth wünscht sich, dass die Kinderseite öfter erscheint. „Immerhin kann ich jetzt richtig gut mit den Großen mitreden, wenn sie sich über die Zeitung unterhalten“, berichtet Jan Morris Gabriel.
Gemeinsam hat die Klasse auch eine Themenwand gestaltet, die in der Pausenhalle der Grundschule zu sehen ist. Auf „Gedankenblasen“ wie in einem Comic finden sich dort Bilder zu allen Themen, die sich in einer Zeitung wie der „Main-Spitze“ finden: Museen, eine Weltkugel, ein Veranstaltungskalender, die Balkonszene aus „Romeo und Julia“ oder ein Interview mit Minister Horst Seehofer. „Die Kinder haben ihre Gedanken frei in Bilder umgesetzt“, erläutert Lehrerin Christine Hartmüller.
Ähnlich viel Fantasie haben sie auch bei der Gestaltung ihrer Zeitungsfiguren bewiesen: Da findet sich „Ray der Zeitungssuperheld“ neben dem „Zeitungsfritzi“, der mit einer Sprungfeder von Artikel zu Artikel hüpft, oder Lisa „Lese-Löwen“. „Den Löwen packt jeden Morgen beim Lesen die Neugier“, lacht Lisa. „Lesen macht doch Spaß“, sagt sie. „Genau“, denkt der Reporter, bevor er sich wieder verabschiedet.