SCHÜLER LESEN ZEITUNG Achte Klasse der Landskronschule auf der Baustelle am Niersteiner Schloss

Von Beate Nietzel

NIERSTEIN/OPPENHEIM. Was ist der Unterschied zwischen einem Unter- und einem Oberdreher? Die achte Klasse der Landskronschule weiß jetzt Bescheid – dank Markus Allendorf, der den Mädchen und Jungen den Unterschied zwischen den beiden Krantypen erklärt hat. Auch die „Laufkatze“ ist nun ein Begriff oder die Frage, was durch die dicken grünen Rohre entsorgt wird. Der begrüßte wieder eine Schulklasse zu einem seiner anschaulichen Rundgänge über die Baustelle am Niersteiner Schloss – eines der „Aktions“-Angebote von „Schüler lesen Zeitung“, dem von dieser Zeitung veranstalteten Projekt zur Förderung der Lese- und Medienkompetenz in Schulen der Region, dem Partner aus Wirtschaft und Dienstleistung angeschlossen sind.

25 bis 30 Gewerke sind notwendig

Dass 25 bis 30 Gewerke notwendig sind, ließ die Achtklässler dann doch staunen. Rohbauten ohne Estrich, offene Schlitze für Elektrokabel, Verschalungen, die auf die Befüllung mit Beton warten – weil sich die Neubauten am Schloss in den unterschiedlichsten Entwicklungsstadien befinden, konnten die Achtklässler der Förderschule alle Bauphasen in Augenschein nehmen. Wo später der Blick der Bewohner auf die alte Weinlage „Glöck“ samt katholischer Kirche fallen wird, stand das neugierige Grüppchen auf der 40 Zentimeter dicken Decke der künftigen Tiefgarage zwischen Stahlmatten und Betonplatten und hatte angesichts des großen gezeichneten Bauplans zur Kenntnis zu nehmen: „Ein Polier muss rechnen können“. Markus Seibel ist so einer – der „Manager der Baustelle“, wie Allendorf den Kollegen vorstellte.

„Ein Polier muss rechnen können.“ Markus Seibel, Polier

Den Unterschied zwischen Gasbeton- und Porotonsteinen, die Tatsache, dass ein Gewicht von 200 Kilogramm „für ein Fensterelement nix ist“, wozu ein Nivelliergerät gut ist und dass Estrich rund acht Wochen zum Trocknen braucht – dies und vieles mehr haben Angelika, Tobias und ihre Klassenkameraden mit nach Hause genommen. Begleitet von Katrin Doré, Leiterin der Personalabteilung bei Gemünden, erklärte Allendorf den jungen Leuten auch, was sich dort, wo jetzt schmucke, zum Teil bereits bewohnte Einoder Mehrfamilienhäuser, Doppel- oder Reihenhäuser stehen, vorher befunden hatte: „Ein großer, hässlicher Turm, die Malzfabrik, und ein altes, leicht verfallenes Schloss“. Nun jedoch sei man bald fertig. Schon im zweiten Jahr war die Klasse bei „Schüler lesen Zeitung“ dabei. Vier Wochen lang erhielten die Schüler jeden Morgen die AZ ins Klassenzimmer. „Wir haben sie fachübergreifend genutzt“, verraten die Lehrerinnen Sabine Bender und Renate Zimmermanns – für Deutsch wie auch Gesellschaftslehre oder Erdkunde ließ sich manch nützliche Information der Tageszeitung entnehmen. Ob international – es war gerade Wahl in den USA – oder eher lokal: „Besonders der Landskron- Teil war interessant“, waren sich die Jugendlichen einig – da erkenne man die Stellen, wenn etwa ein Unfall passiert sei, oder könne sich ein Bild von den Veranstaltungen machen. Besonders aber habe man die Überschriften unter die Lupe genommen.