Beim Projekt „Briefe aus aller Welt“ schreiben sich die Schüler selbst

WIESBADEN. Als reisender Abenteurer ist meine Klasse in der ganzen Welt unterwegs und schreibt darüber etliche Luftpostbriefe nach Hause. Das ist vielleicht „in echt“ nicht möglich, aber zumindest in der Fantasie. Schon seit dem 5. Schuljahr läuft diese Unterrichtsidee, mit der wir moderner Kommunikation wie SMS, Telefon und E-Mail trotzen. Welches Mädchen oder welcher Junge möchte nicht in fernen Ländern bei eisiger Kälte oder glühender Hitze Abenteuer bestehen?
Seit dem 5. Schuljahr schreibt und gestaltet meine Klasse Briefe. Mit unserem Lehrer, Herrn Heller, begeben wir uns auf Reisen in ferne Länder. Dazu informieren wir uns, meist im Internet über das Land das wir „anfliegen“ wollen. Wir versuchen uns gedanklich ein Bild zu machen, wie es dort aussieht, was wir dort machen können, was dort passieren kann, und wo wir in dem Land sein werden. Dadurch erfahren wir Einzelheiten über verschiedene Länder, die uns sonst verborgen bleiben würden. Dieses Projekt ist eine Ergänzung zum Erdkundeunterricht.
Dann begeben wir uns auf eine virtuelle Fantasiereise. Dabei können wir auch Dinge erleben, die sonst gar nicht möglich wären, zum Beispiel eine Begegnung mit Grabräubern in Ägypten oder eine Fahrt in einem Tiefseeboot im Marianengraben. Diese Erlebnisse müssen etwas mit dem Land zu tun haben. Unser Kuvert wird mit typischen Sehenswürdigkeiten, Flaggen oder Landschaften bemalt. Das macht Spaß, denn oft entstehen kleine Kunstwerke dabei.
Nachdem wir den Brief geschrieben und das Kuvert verschönert haben, werden alle Briefe von einem Verwandten, Freund oder Bekannten, der in dieses Land reist, mitgenommen. Dort werden sie mit schönen Briefmarken versehen und kommen zu Hause bei der Familie an.
Durch dieses Projekt waren wir schon in über 60 Ländern und haben entsprechend viele Briefe bekommen. Darunter sind auch ganz verrückte Ziele, wie Kambodscha, Turkmenistan, Oman, Kongo oder Vatikan. Nur sehr selten gingen die Briefe verschollen.
Max Battefeld, Klasse 8b der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden