Die meisten Bürger trauern der D-Mark nach

WIESBADEN „Ich rechne immer noch in DM“, beklagt Maria Huber. Die 72 Jahre alte Frau ist nur eine der vielen Befragten. Fast ein ganzes Leben lang hat sie die harte Währung begleitet, bis 2002 der Euro eingeführt wurde.
Der Euro ist die Währung der EU und nach dem Dollar die zweitwichtigste Währung. Der Euro wurde eingeführt damit er die Mitgliedstaaten nicht nur in der Währung sondern auch in der Kultur miteinander verbindet. Viele Deutsche kritisieren den Euro, sobald sie aber in den Urlaub fahren sind die meisten glücklich, dass sie ihr Geld nicht wechseln müssen.
Maria Huber sieht wie viele Leute der älteren Generation die Vorteile nicht. „Ich sehe nur Nachteile“, beklagt sie. „Die DM war eine stabile Währung. Der Euro hingegen macht uns arm. Ich denke immer ich hätte nur die Hälfte an Geld.“, fügt sie hinzu. Sehr viele Menschen sind der Annahme, dass sie nur die Hälfte an Geld hätten. Dies ist ein Irrtum. Nach der Einführung sind die Kosten von vielen Dingen zwar enorm gestiegen, aber man hat nicht die Hälfte des Geldes. Der Euro ist eingeteilt in 100 Cent. 100 Cent sind etwa grob umgerechnet zwei DM.
Der Euro ist eine Generationenfrage, denn die ältere Generation um Maria Huber stellt ihn in Frage. Das wird die junge Generation, die mit ihm aufwachsen wird, sicher niemals tun.
Auf der Rückseite des Euro befinden sich die Symbole des jeweiligen Landes. Auf deutschen Euro ist der Reichsadler zu sehen. Viele Menschen bemängeln, dass der Euro ohne Volksentscheid einfach so eingeführt wurde.
Der Tatsache entsprechend, dass der Euro noch nicht 100-prozentig akzeptiert worden ist, sammeln viele Bundesbürger noch DM.
„Die Deutschen horten noch 14 Milliarden Deutsche Mark“, sagt der Bankangestellte Hugo Michaelis von der Deutschen Bank. Es ist den Bundesbanken ein Rätsel wo das Geld geblieben ist. „Es liegt sicherlich daran, dass es noch Milliarden von Glückspfennigen gibt. „Sicherlich gibt es aber keine Glückscent“, fügt der Bankangestellte mit einem Schmunzeln hinzu.
Statistiker mutmaßen, dass in spätestens zehn Jahren niemand mehr an die DM denkt.
Marc Selzer, 8. Klasse der Gutenbergschule, Wiesbaden