BEFRAGUNG Bürgermeisterkandidaten mit ihren Ideen gar nicht mal so weit auseinander

Von Laura Schaalo und
Vanessa Weiß
OPPENHEIM. Am 7. Juni wird in Oppenheim bestimmt, wer für die nächsten fünf Jahre die Entscheidungen in der Stadt treffen wird. Neben dem Stadtrat wird auch der Bürgermeister gewählt. Zur Wahl stehen der derzeitige Bürgermeister Marcus Held (31) von der SPD, Helmut Krethe (54) von der CDU und Raimund Darmstadt (58) von der Alternativen Liste. Schülerinnen der Klasse 10 f des Katharinen-Gymnasiums gingen der Frage nach, welche Pläne die Kandidaten für die Jugend parat halten.
In einem Punkt waren sich die drei Kandidaten durchaus einig: Die Jugendlichen sollten mehr Mitspracherecht in der Stadt haben. Hierfür schlagen alle drei eine Art Kinder- und Jugendparlament beziehungsweise einen Kinder- und Jugendstadtrat vor, der sich regelmäßig trifft und die Interessen der jungen Oppenheimer vertritt.
Des Weiteren wollen alle Kandidaten Aktionen wie das Kinderspielfest und den Jugendmusikwettbewerb unterstützen. Auch die Verlegung des Jugendhauses in das Gebäude der Landskronschule trifft bei den Kandidaten auf Zustimmung, da aufgrund der günstigen Lage eine bessere Kooperation mit den Schulen möglich ist.
CDU-Kandidat Krethe hat bereits genaue Pläne, die vor allem die Gemeinschaft der Kinder und Jugendlichen stärken sollen. So will er beispielsweise kostenfreie Sommerspiele, einen Weltkindertag und ein Austauschprogramm mit Jugendlichen aus den Partnerstädten organisieren. Er schlägt auch die Errichtung einer Kletterwand und die Eröffnung eines Jugendcafés vor. Für Anfang des nächsten Jahres steht das Projekt „10 unter 18“ in Planung, das Jugendlichen das „Reinschnuppern in die Politik“ ermöglichen soll.
Die SPD fokussiert sich weitestgehend auf die Planung eines zukünftigen Jugendparlaments, denkt aber zum Beispiel auch an die Organisation eines Jugend-Open-Airs und die Erweiterung der Skate Anlage. Ansonsten setzt sich Kandidat Marcus Held dafür ein, dass die Jugendlichen die Freiheit haben, ihre Treffpunkte selbst auszuwählen, so lange dabei keine „Dritten“ beeinträchtigt werden.
Der Bürgermeisterkandidat der AL, Raimund Darmstadt, betont, wie wichtig ihm und seiner Partei die gebührenfreie Erhaltung des Strandbades ist, das von den Jugendlichen häufig als Treffpunkt genutzt wird. Er bringt den Vorschlag ein, auf der Festwiese eine Skater- und Eisbahn für Jugendliche zu errichten. Außerdem befürwortet er genau wie Helmuth Krethe die Eröffnung eines Jugendcafés und schlägt zudem vor, Proberäume für Musikgruppen zur Verfügung zu stellen.
Auf die Frage nach negativen Aspekten der heutigen Jugend kritisiert Krethe mit einem Schmunzeln die Modesünde „Baggyhose“. Gleich darauf wird er allerdings wieder ernst und kommt auf das Problem Alkohol und Suchtgefahr zu sprechen, wobei er vor allem das Komasaufen in den Vordergrund stellt.
Held lobt die Selbstständigkeit in Entscheidungen der Jugendlichen und freut sich über die gleichen Bildungschancen, die den Kindern und Jugendlichen heutzutage geboten würden. Darmstadt macht im Interview deutlich, dass es seiner Meinung nach bei der heutigen Jugend keinen deutlichen Unterschied zu früheren Generationen gebe. Die Jugend probiere aus, wobei sie auf Gefahren treffe, die einige erkennen, während andere darauf hereinfallen.