Fragestunde mit Redakteur bei „Schüler lesen Zeitung“ in der Grundschule am Weilbach

Von
Michael Wien
Und bekamen die Antworten von einem Redakteur, den sie zu sich eingeladen hatten: Journalisten sind alle, die für Zeitungen schreiben oder fotografieren. Redakteure redigieren, das heißt sie schreiben nicht nur, sie bearbeiten auch Texte und Bilder nicht fest angestellter Journalisten. Und sie beschließen, was in die Zeitung kommt. Als Schreibende sind sie auch Reporter, schaffen Nachrichten herbei. Große Zeitungen leisten sich Redakteure, die ausschließlich als Reporter arbeiten.
Die Aktion „Schüler lesen Zeitung“ dient dazu, Kindern den Zugang zu diesem Medium zu eröffnen. Mädchen und Jungen lernen dabei schon im Grundschulalter nicht nur, welche Fülle von Informationen sie einer Zeitung entnehmen können. Genauso erfahren sie, dass man auch Erwartungen an seine Zeitung richten kann. Man kann nicht nur Anzeigen aufgeben, wenn ein Vogel entflogen ist oder man eine Wohnung zu vermieten oder Arbeit zu vergeben hat (beziehungsweise das eine oder andere sucht). Man kann auch die Redaktion anrufen oder einfach hingehen und sie um kostenlose Hilfe bitten. Vereine tun das, wenn sie Angebote vermelden, Geburtstage oder Erfolge zu feiern haben – oder zum Beispiel Nachwuchssorgen haben. Auch Einzelpersonen und natürlich auch Kinder können sich an die Redaktion wenden, wenn sie Anregungen oder Beschwerden zu Dingen aus ihrem Alltag haben. Die Redaktion überlegt dann, ob das Thema viele selbst betrifft oder doch als Leser interessieren könnte. Das wäre zum Beispiel schon der Fall, wenn etwa ein Spielplatz besonders schön furchtbar hässlich oder ganz armselig ist.
Ausgewählt werden muss immer, das setzten die 4a und die 4b schon voraus. Natürlich kann eine Zeitung nicht über alles berichten, was an einem Tag in einer Stadt passiert. Das ginge schon aus Platzgründen nicht. Ja und die Zeitung ist natürlich keine Spionage-Organisation, die jedem hinterher schnüffelt Menschen haben immer auch das Recht, dass ihre persönlichen Dinge nicht in aller Öffentlichkeit ausgebreitet werden. Wer nicht möchte, dass sein Name genannt wird, kann dies verlangen. Und auch wer sein Foto nicht in der Zeitung haben will, kann darauf bestehen.
Auch wer der Redaktion Informationen gibt, ist geschützt. Die Redaktion kann nicht gezwungen werden, seinen Namen zu verraten. Umgekehrt wird eine gute Redaktion Informationen immer überprüfen. Sonst könnte ja jeder Lügengeschichten in die Zeitung bringen und anderen Menschen damit schaden. Verbreitet eine Zeitung absichtlich unwahre Geschichten, kann sie dafür öffentlich gerügt und auch verklagt werden.
Auch wenn mal nichts los ist, fällt die Zeitung nicht aus. Sehen die Redakteure zwischen all den Nachrichten, die von außen kommen, ausreichend Platz, berichten sie über Themen, von denen sie glauben, dass auch sie interessieren könnten. Natürlich dürfen sie nicht einfach etwas erfinden. Auch hier sind sie verpflichtet, sich an die Wahrheit zu halten.