„Schüler lesen Zeitung“ ist gestartet / Auftaktveranstaltung in der Goetheschule / Kinder gestalten eigenes Blatt

Von
Kirsten Strasser
Wo ist der Klebstift? Wo die Schere? Doris, Jasmin, Abdull und alle Mitschüler sind mit Feuereifer bei der Sache. Artikel und Bilder werden ausgeschnitten, neu zusammengestellt, beschriftet, und am Ende hat jeder eine Collage fertig – eine „neue“ Zeitungsseite. Mit dieser kreativen Aktion startet die Klasse 8 c der Goethe-Hauptschule in „Schüler lesen Zeitung“. Obwohl – angefangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen, hat sie bereits viel früher, wie Klassenlehrerin Kerstin Mohr berichtet.
„Schon vor den Osterferien ging es bei uns um Massenmedien“, erzählt Schülerin Havarest. Die Jungen und Mädchen lernten, wie Massenmedien arbeiten und welche Auswirkungen sie auf die Öffentlichkeit haben. „Und wir haben durchgenommen, was eine Nachricht ist – und was ein Kommentar“, erklärt Havarest. Zur Zeit widmen sich die Achtklässler aber verstärkt einem anderen Thema: „Von Außenseitern und Superstars“ heißt es im Deutschunterricht – und auch hier lässt sich die Tageszeitung prima einbinden.
Die Jugendlichen haben in der AZ geblättert und viele Beispiele gefunden. Fußballer, die sich nach einem Tor umarmen, das sind Superstars – genau wie Madonna, die auf der Seite „Panorama“ zu sehen ist. Und Außenseiter? Fast allen Schülern ist dazu das Bild eines kleinen irakischen Jungen aufgefallen, der verzweifelt vor seinem zerstörten Haus steht. Ein Kind ohne Zukunftschancen – dieser Anblick berührt auch die Mainzer Schüler.
Zeitung lesen bringt etwas – das merken die Achtklässler schnell. „Ich lese gern Artikel über Stars – oder wenn es um Missbrauch geht“, ist Doris bereit, sich auch ernsten Themen zu nähern. Osman interessiert sich vor allem für Sport, genauer: für Fußball. „Ich verpasse nichts von der Champions League!“, strahlt er.
Aufmerksam werden die Jungen und Mädchen, wenn sich die Berichterstattung um ihre Schule dreht. „Aber leider ist das, was in der Zeitung steht, oft nicht positiv“, bedauert Jasmin. Das führe zu Problemen. „Wenn man sich um einen Praktikumsplatz bewirbt und die hören, von welcher Schule man kommt, heißt es gleich, dass nichts mehr frei ist.“ Ihre Schule darstellen, wie sie ist, mit all ihren positiven Facetten, das wäre eine mögliche Aufgabe für die Schüler. Die Jugendlichen können sich durchaus vorstellen, einen Artikel zu verfassen – als Jungreporter im Rahmen von „Schüler lesen Zeitung“.
Kreis
Im Internet unter
www.schueler-lesen-zeitung.de