AZ-BILDUNGSOFFENSIVE Lehrer und Schüler der Kanonikus-Kir-Realschule plus ziehen ein positives Fazit

Von Petra Jung

MAINZ. Jelena, 15 Jahre alt, hat einen regelrechten Sinneswandel durchgemacht. „Am Anfang dachte ich: ,Och, nee’…“, sagt die Neuntklässlerin, „aber dann habe ich festgestellt, wie interessant und auch schwierig es ist, eine Zeitung zu erstellen. Das ist ein gutes Projekt.“ Jelena gehört zu den 20 Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 fB der Kanonikus- Kir-Realschule plus in Gonsenheim, die bei der AZ-Bildungsoffensive „Schüler lesen Zeitung“ mitgemacht haben. Unter Anleitung von Klassenlehrer Tobias Feith hatten sich die Schüler vorbereitet und dann wochenlang die AZ unter die Lupe genommen. „Die Motivation mitzumachen war vor allem die Leseförderung, und dass die Schüler mal etwas mehr Weitblick auf aktuell soziales und politisches Tagesgeschehen entwickeln“, sagt Tobias Feith, der ein positives Fazit zieht.

„Die Motivation mitzumachen war vor allem die Leseförderung, und dass die Schüler mal etwas mehr Weitblick auf aktuell soziales und politisches Tagesgeschehen entwickeln.“ Tobias Feith, Lehrer. 

Aber auch die Berufsorientierung sei wichtig für seine Klasse und ein wichtiger Bestandteil der Bildungsarbeit im neunten Schuljahr. Kaufmännische Aufgaben und Maurerarbeiten konnten die Schüler bei einem Besuch der Bauunternehmung Gemünden in Ingelheim in Theorie und Praxis erleben, deren Besuch ebenso im Rahmen von „Schüler lesen Zeitung“ auf dem Stundenplan stand wie die Besichtigung des Druckzentrums in Rüsselsheim, in dem die Tageszeitungen der VRM gedruckt werden, in der auch diese Zeitung erscheint. So bekamen die Jugendlichen, die sich momentan auch auf Lehrstellen bewerben müssen, Einblicke in die verschiedenen Abteilungen der besuchten Betriebe samt der dort ausgeübten Berufe. Wie führt man ein Interview? Was muss man bei einer guten Recherche beachten? Wie verfasst man einen interessanten Artikel? Wie ist eine Zeitung aufgebaut? Dazu organisierte die Klasse eine Pressekonferenz, bei der eine Redakteurin und eine Fotografin umfassende Einblicke in deren Tätigkeitsbereiche, das Zeitungswesen und auch zu ihren Berufen gaben. So konnte im Unterricht erarbeitetes Grundlagenwissen in der Praxis erprobt und in eigenen Berichten nachbereitet werden. Als Abschluss konnten ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Klasse die Lokalredaktion der Allgemeinen Zeitung Mainz besuchen. Lehrer Feith: „Interessant war es, den Profis über die Schulter zu schauen und noch etwas mehr die Redaktionsarbeit hautnah mitzuerleben. Bei der Gestaltung einer Zeitungsseite mitzuhelfen und diese mit eigenen Beiträgen zu füllen, ist etwas Besonderes.“ Auf dieser Sonderseite berichten nun die Schülerinnen und Schüler Celine (15 Jahre), Jelena (15), Dion (16) und Marc (14) von ihren Eindrücken beim Besuch der Firma Gemünden in Ingelheim. Für Celine jedenfalls steht fest: „Es ist zwar anstrengend, die ganze Zeitung durchzulesen, aber es ist gut, wenn man weiß, was draußen so abgeht.“ Und während Dion und Marc dem Projekt „Schüler lesen Zeitung“ bescheinigen, eine „interessante Abwechslung“ zum Unterricht zu sein, ergänzt Jelena: „Bislang habe ich immer gedacht, es reicht aus, seine Informationen aus dem Internet zu beziehen. Aber dann habe ich doch gesehen, dass es irgendwie besser ist, Zeitung zu lesen. Das ist irgendwie glaubhafter, wenn man alles so schwarz auf weiß vor sich hat.“