Rund 52 Millionen Passagiere / Spannender Blick hinter die Kulissen

Von
Nina Seel
Über die Organisation der Warenströme am Frankfurter Flughafen berichtet Nina Seel. Die Gymnasiastin der Aartalschule Michelbach nahm mit ihrer Klasse 9a am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ unter Betreuung von Klassenlehrer Wolfgang Diehl teil.

UNTERTAUNUS /FRANKFURTBei strömendem Regen kam die Klasse am Flughafen an. Herrn Heuser von der Fraport-AG führte die Schüler durch den Flughafen. Erste Etappe: die etwas außerhalb liegenden Lagerhallen.
Heuser nannte Fakten zum „Hub“ (englisch für Nabe), wie der 1936 errichtete Flughafen auch genannt wird. Denn Europas Drehscheibe „lebe“ von täglich vielen Umsteigern. Zentral gelegen, verbindet der Verkehrsknotenpunkt Luft-, Straßen- und Bahnnetz. Etwa 70000 Menschen sind hier beschäftigt, eingeschlossen Hotel-Personal, eigene Polizei und Feuerwehr. Mit 52 Millionen Passagieren liegt der Flughafen Frankfurt am Main an siebter Stelle der weltweit größten Flughäfen. Lediglich Städte wie Atlanta und Tokio überschreiten diese Marke noch.
Besonders interessant war das Lufthansa-Flugsimulations-Zentrum, wo die Piloten ausgebildet werden und sich alle zwei, drei Jahre testen lassen müssen. Spannend auch die noch im Bau befindliche, aber bereits halb fertige Halle für den neuen Airbus A380, eine statische Meisterleistung. 15 dieser A380-Giganten hat die Lufthansa für den Frankfurter Flughafen bestellt, vier sollen davon in der großen Halle, die bis Ende des Jahres fertig sein soll, Platz finden für Wartungen und Reparaturarbeiten.
Vom Büro der Lagerhalle werden alle Waren, die hereinkommen und hinausgehenden Waren koordiniert. Es wird organisiert, wann und mit welchem Flugzeug der Import ankommt und der Export den Flughafen wieder verlässt. An Wochenenden und Feiertagen finden häufig Frachtannahmen statt. Weiterverschickt wird dann werktags. Zirka 43 Prozent der Fracht kommt mit Passagiermaschinen, die meisten Waren eigens mit Frachtflugzeugen, die pro Flug 110 Tonnen transportieren können. Im Jahr sind das etwa zwei Millionen Tonnen Fracht.
Mit gelber Sicherheitsweste ausgestattet ging’s dann in die großen Lagerhallen. Selbst deren riesigen Lagerflächen von 48000 Quadratmeter reichen zum Weihnachts- und Ostergeschäft oft nicht aus. Kartons, Kisten und Container stapeln sich in meterhohen Regalen. 700 Lagerarbeiter kümmern sich Tag und Nacht darum, dass die Ware richtig einsortiert wird und nach spätestens 18 Stunden das Regal wieder verlässt, auf dem Weg in eine andere Stadt oder ein anderes Land.
Das Verfahren „Just in time“, die richtige Ware zur richtigen Zeit am richtigen Ort also, erklärte Fraport-Mitarbeiter Porschen. Es spare unnötig lange Lagerzeiten und damit Kosten.
Zurück ging’s im Bus zum Vorfeld. Trotz wolkenverhangenen Himmels hatte man einen guten Ausblick auf startende und sich im Landeanflug befindende Flugzeuge und konnte sie aus unmittelbarer Nähe bestaunen. Es war interessant, zwischen den parkenden großen Boeings, den vielen kleineren Maschinen und vielen Gepäckautos umherzufahren, da das gesamte Vorfeld ein einziges Verkehrsnetz ist. Nach der Landung hat eine Maschine zirka vier Stunden Bodenaufenthalt. Sie wird dann in kürzester Zeit wieder gereinigt und vollgetankt, um wieder zu starten.