Verlagsgruppe Rhein Main dankt Sponsoren und Partnern mit einem Fest / Kabarettist Lars Reichow als Stargast

Von
Maike Hessedenz
Lesen und gleichzeitig verstehen, was man liest, das sei oft die Herausforderung, mit der die Schüler heute zu kämpfen hätten, so Bernd Koslowski, Mitglied der Geschäftsleitung der VRM. Mit dem Projekt „Schüler lesen Zeitung“, das die Verlagsgruppe zusammen mit zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft ins Leben gerufen hat, gelte es, die Lesekompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
Dies sei umso wichtiger, da es nicht immer selbstverständlich sei, dass sich der Zugang zum Medium Zeitung im Elternhaus öffne, erläuterte auch Hans Georg Schnücker, Sprecher der Geschäftsführung der VRM, die Idee. „Die Jugendlichen müssen jeden Tag in der Zeitung Beachtung finden“, lautet sein Anspruch. Dies im Gleichklang mit der Aufgabe, „die Stärken unseres Mediums herauszustellen“: Lokalität, Aktualität, Glaubwürdigkeit und Wissensvermittlung seien einige dieser Aspekte. Das Engagement in „Schüler lesen Zeitung“ ist für Schnücker eine wichtige Investition in die Zukunft der Gesellschaft.
Das bestätigte Bildungsstaatssekretär Michael Ebling (SPD): „Die Kulturtechnik des Lesens zu beherrschen, ist auch für die neuen Medien notwendig.“ Dabei habe das gedruckte Wort noch immer „ein unglaubliches Gewicht“. Umso wichtiger seien derartige Projekte in der Schule. Nicht jede Familie verfüge über die Möglichkeit, den Kindern den Zugang zu wichtigen Informationsmedien zu verschaffen.
„Wir benötigen junge, kritische und selbstständig verstehende Staatsbürger“, forderte Werner Klein, Leitender Ministerialrat im Hessischen Kultusministerium. „Bei `Schüler lesen Zeitung` lernen die jungen Menschen die Differenzierung zwischen Sachverhalt und Meinung und zwischen Information und Kommentar. Ein Intensivkurs in Sachen Zeitung also.“ Sei Leseförderung nicht auch die „direkte Förderung der Demokratie?“, fragte Rolf Pitsch, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lesen. Das Bewusstsein fürs Lesen müsse durch Medienkampagnen geweckt werden.
Wie dies im Fall „Schüler lesen Zeitung“ aussieht, das erläuterte Wilhelm Maassen, Geschäftsführer des Instituts „Promedia“, welches das Projekt zusammen mit der VRM in die Tat umgesetzt hat. In Grundschulen seien in den vergangenen zwei Jahren immerhin 4000 Unterrichtsstunden, in weiterführenden Schulen 8500 Stunden mit dem Projekt verbracht worden. Mit positivem Echo von beiden Seiten: Sowohl etwa 90 Prozent der Schüler als auch 90 Prozent der Lehrer würden ein weiteres Mal teilnehmen. Nicht zuletzt, weil mit dem Projekt ein Realitätsbezug in den Unterricht gebracht werde, sich die Schule nach außen hin öffne.
Ein positives Fazit also – was trotzdem noch ausgebaut werden könne, forderte Kabarettist Lars Reichow: Für viele junge Leute wäre es von Vorteil, wenn sie zuerst den Sportteil lesen, dann Hüte basteln und die Zeitung anschließend aufessen könnten. Was braucht also die Zeitung? „Junge Redakteure und alte Redakteure, die jung schreiben können.“ Und natürlich kluge Leser – „denn nicht hinter jeder Playstation steckt ein kluger Kopf“.