Zu Besuch bei der 8a der Rüdesheimer Hildegardisschule/Bei einem Rollenspiel wird das Recherchieren geübt

cd. RÜDESHEIM Es ist ein wenig so, wie unter Kollegen. Zunächst wird das Fotomotiv geklärt. Kurier-Redakteurin Cornelia Diergardt, die im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ die Rüdesheimer Hildegardisschule besucht, bittet die 8a um Vorschläge – und ist überrascht. Die jungen Kollegen arbeiten nämlich von der ersten Minute an engagiert mit. Geeinigt hat sich die Reporter-Runde, dass Maria auf die Tafel den Slogan der Aktion schreibt, den die Pädagogik-Agentur ProMedia für die Verlagsgruppe Rhein-Main umsetzt. Alle anderen posieren an Marias Seite, den Wiesbadener Kurier in der Hand, den Blick fest in die Kamera des Fotografen Heinz Margielsky gerichtet.
Die 8a der Deutsch-Lehrerin Ingrid Schumann-Will ist auf Zack. Das Verbreitungsgebiet der Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein-Main von Kirn bis Oppenheim, Idstein bis Worms ist den Schülern ebenso bekannt wie die verschiedenen Ressorts einer Zeitung. Auch als Feuilletonisten bewährte sich der Nachwuchs bereits, besuchte das Wiesbadener Krimi-Festival. Die Rezension über den preisgekrönten „Mein Mörder kommt zurück“ brachten sie schon Papier (siehe unten stehenden Text). Der Besuch des Druckzentrums in Mainz-Mombach, eine Recherche auf dem Frankfurter Flughafen stehen auch auf dem sechswöchigen Programm.
Doch erst mal geht es im redaktionellen Klassenzimmer ins Eingemachte: Karsten lässt nicht locker: „Wieviel verdienen Sie?“ Eine Antwort entlockt er der Redakteurin nicht. Dafür hinterlässt seine Hartnäckigkeit, die nicht die schlechteste Qualität eines Journalisten ist, bleibenden Eindruck.
Dann geht es um Persönlichkeitsschutz, um die Auskunftspflicht von Behörden. Um Polizei und Kriminalität, ein Dauerbrenner. Kippt doch ein Mord jeden lokalen Aufmacher. Auch in der 8a stößt der Umgang des Redakteurs mit Unfall und Verbrechen auf großes Interesse.
Bevor ein Journalist zu seinem Handwerkszeug greift, in aller Regel Telefon und Notizblick, steht das Recherchieren an. Die Hildegardisschüler proben den Ernstfall bei einem Rollenspiel. Die Redakteurin präsentiert sich als Event-Managerin, die am Rüdesheimer Niederwald-Denkmal mit 100000 Besuchern im Alter von 13 bis 18 Jahren ein „Woodstock II“ initiiert. Die Schüler schlüpfen in die Rolle der Redakteure und hinterfragen das höchst ehrgeizige und natürlich frei erfundene Projekt sehr kritisch. Nicht nur, dass die 8a alle notwendigen Informationen sammelt. Sie stellt auch die Unternehmensphilosophie der Event-Managerin gehörig auf den Prüfstand.