Jungreporterinnen interviewen Streetworker im „Haus des Jugendrechts“

Von Malenka Stenner, Frederike Born, Larissa Bisch und Lisa Bickerle
„Wo ist Platz für Jugendliche?“ Diese Frage stellten sich auch vier Schülerinnen der Maria-Ward-Schule Mainz. Sie hakten nach, wo, wann und unter welchen Bedingungen sich Jugendliche im Freien aufhalten dürfen.
Um auf diese Fragen eine Antwort zu bekommen, besuchten sie den Streetworker Thomas Stock im Haus des Jugendrechts in der Erthalstraße 2, in dem Vertreter des Jugendamts, der Polizei und der Staatsanwaltschaft sitzen, um besser und schneller zusammen arbeiten zu können.
Als die Mädchen erfuhren, dass es offiziell keine feste Regelung gibt, sondern die Eltern festlegen können, wann ihre Kinder nach Hause kommen müssen, waren die Vier erstaunt. Daraufhin ergänzte Thomas Stock aber noch, dass man sich dabei trotzdem an bestimmte Jugendschutzgesetze halten müsse – wie zum Beispiel die, die den Genuss alkoholischer Getränke regeln. Denn wenn, so Stock, er nachts um vier Uhr einen unter Alkoholeinfluss stehenden 15-järigen fände, der behaupte, die Eltern hätten das erlaubt, würde er misstrauisch und überprüfe die Aussage, indem er versuche, die Erziehungsberechtigten telefonisch zu erreichen.
Aufmerksam hörten die Schülerinnen dem Streetworker zu, als er Geschichten aus seinem Berufsalltag erzählte, und stellten weitere Fragen. Gibt es irgendwelche Orte, die für Jugendliche tabu sind?, wollten die Mädchen wissen. Und: Welche Aufenthaltsorte können empfohlen werden? Nach kurzem Überlegen entgegnete Stock, dass der Eintritt in Nachtbars, Bordelle und Kinofilme ab 18 Jahre für Minderjährige nicht gestattet sei. Als Tipps zum Aufhalten gab Thomas Stock: vormittags natürlich die Schule, nachmittags Vereine oder öffentliche Plätze wie zum Beispiel den Theater- oder Gutenbergplatz. Er riet allerdings davon ab, sich den ganzen Tag und vor allem spät abends auf dem Bahnhofsvorplatz aufzuhalten.
Die Mädchen waren gar nicht mehr zu bremsen und wollten noch mehr Informationen. Auf die Frage: „Wie ist das eigentlich mit dem Aufhalten auf Spielplätzen?“, bekamen sie die Antwort, dass es gar kein Problem sei, sich mit Freunden auf Spielplätzen zu verabreden. Werden allerdings Spielgeräte beschädigt oder am nächsten Tag Scherben oder Zigarettenstummel gefunden, kann es zu Problemen kommen.
Nach einem fast zweistündigen Gespräch verabschiedeten sich die Maria-Ward-Schülerinnen von Thomas Stock und waren beeindruckt von der Arbeit eines Streetworkers.
Die Autorinnen sind Schülerinnen der Klasse 9e der Maria-Ward Schule Mainz