KIRCHENTAG Teilnehmerinnen von „Schüler lesen Zeitung“ berichten aus Bremen

Von Anna Hoffmann, Maria Fuchs
und Sarina Paulus, Klasse 9 b des Gymnasiums zu St. Katharinen
OPPENHEIM/BREMEN. Erstmals in 60 Jahren Kirchentag war Bremen Gastgeber der Veranstaltung. 100000 Dauerteilnehmer aus ganz Deutschland waren fünf Tage lang zu Gast in der Hansestadt. Sie konnten alle auf die Mottofrage „Mensch, wo bist Du?“ laut „Hier in Bremen!“ antworten. Auch aus dem Dekanat Oppenheim fuhr ein Reisebus nach Bremen mit fünf Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums zu St. Katharinen an Bord. Zwei weitere waren als Helfer dort eingesetzt. Bei 100000 Besuchern wird es auch in einer Großstadt ziemlich eng. Die Gymnasiasten beispielsweise übernachteten im Chemiesaal einer Schule. „Das Programm war vielfältig und nicht nur für Gläubige“, berichtet Pfarrer Hoffmann aus Guntersblum. Und Luzia Baltj ergänzt vergnügt: „Jeden Abend sind wir zu irgendeinem Konzert gegangen. Mittwochs waren wir bei Stefanie Heinzmann, donnerstags bei den Wise Guys, freitags besuchten wir ein Klezmer-Konzert und am Samstag waren wir eigentlich auf dem Weg zum Techno-Gottesdienst, als wir beim Tanztheater Gerhard Schöne und anschließend noch bei einem Straßenmusiker stehen blieben. Der Gottesdienst hatte bei unserem Eintreffen dann schon längst begonnen.“
Etwas überraschend war allerdings, dass am Wise-Guys-Konzert mehr Besucher teilnahmen als an den größten Gottesdiensten: Beim Eröffnungsgottesdienst waren 50000 Menschen anwesend, doch die Wise Guys lockten sogar 65000 Besucher an. Aber das Konzert war auch mitreißend. Es war eine fantastische Werbung für die zahlreichen sozialen Projekte. Ein Band-Mitglied forderte in der Pause dazu auf, wenn das Konzert gefalle, doch einen Kommentar auf der Band-Homepage zu schreiben. Und wenn nicht, dann solle der Kommentar lieber zur neuen Babysendung an RTL geschickt werden. Darüber dachten dann 65000 Leute nach, und das hilft bestimmt.
Das Programm auf Evangelischen Kirchentagen ist immer sehr weit gefächert, und für Alt und Jung, Christen, Atheisten, Juden und Muslime ist etwas dabei. So gab es etwa Veranstaltungen, in denen es gerade um die Zusammenarbeit zwischen den Religionen ging. Aber auch aktuelle Themen wie Jugendkriminalität standen auf der Tagesordnung.
Der Kirchentag ist eine Laienbewegung und zieht immer wieder viel Prominenz aus der Politik an: In Bremen waren Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier vertreten. In zahlreichen Arbeitskreisen ließ sich aber auch einfach in die Bibel vertiefen. Wem dies zu viel wurde, der legte sich einfach auf die faule Haut, denn niemand wurde gezwungen, bei irgendetwas mitzumachen.
Kein Wunder, dass eine Teilnehmerin verkündete: „Ich fahre nächstes Jahr auf den Jugendkirchentag nach Mainz.“ Vielleicht geht es aber im nächsten Jahr auch zum ökumenischen Kirchentag nach München. Auf jeden Fall aber in zwei Jahren wieder zum Kirchentag nach Dresden.