Blick auf spannenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf mit sehr gegensätzlichen Kandidaten

Noch vor 40 Jahren, als Dr. Martin Luther King, ein schwarzer Bürgerrechtler, erschossen wurde, wäre diese Möglichkeit undenkbar gewesen. Der Name des Hoffnungsträgers lautete nun Barack Obama. Nachdem er die erste Hürde in den eigenen Reihen genommen hatte, indem er Hillary Clinton, Ehefrau des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, besiegte, war Obama Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei und trat gegen den Republikaner John McCain an.
Der 72-jährige Republikaner gilt als konservativ. Es wurde damit gerechnet, dass er die Richtung des bisherigen Präsidenten, George W. Bush, weiterführen würde, während Obama von sich sagte, er stehe für Veränderung. Mit seiner enorm positiven Ausstrahlung und hoffnungsvollen Ideen hatte der 47-jährige Senator aus Illinois politisches Interesse in vielen Amerikanern wachgerufen. Er erweckte im „kleinen Mann auf der Straße“ Hoffnung auf ein besseres Leben, das er mit seinem Wahlspruch „Yes we can“, was soviel bedeutet wie „Ja, wir können es schaffen“, unterstreicht. Viele können sich mit ihm identifizieren, weil sie glauben, er könne ihre Probleme besser verstehen und würde sich ihrer Belange annehmen. So versprach er, Wohlstand gerechter zu verteilen. Gerade das stieß bei McCain und seinen Anhängern auf regelrechtes Entsetzen, da sie fürchten, ihr Lebensstandard könne sich zugunsten ärmerer Gesellschaftsschichten verschlechtern.
Sammelte McCain Stimmen bei Veteranen, da er in Vietnam gekämpft und fünf Jahre in Gefangenschaft verbracht hatte, gewann Obama Stimmen von Menschen, die auf eine Verbesserung der Beziehungen mit anderen Ländern hoffen und die Meinung vertreten, man solle verhandeln, nicht so schnell wie bisher Waffen sprechen lassen. Das trauten sie Obama eher zu, da dieser vorgab, alle Menschen und Rassen vereinen zu wollen, während man von McCain die Fortführung der harten Außenpolitik Bushs erwartete.
Ein weiteres sehr brisantes Wahlkampfthema, das beide Seiten spaltet, war die Diskussion, ob Frauen das Recht auf Abtreibung haben sollen, was Obamas Seite befürwortet und von McCains Seite strikt abgelehnt wird.
In diesem Wahlkampf gab es viele Streitpunkte und wenig Übereinstimmung. Kaum etwas aber ist so unsicher wie Vorhersagen über den Ausgang von Wahlen. Auch wenn Obama zum Ende in den Statistiken führte, blieb es spannend bis zur letzten Minute.
Felicia Davis, 7c