Uelversheimer Viertklässler entdecken das Medium als „Wundertüte“

Von
Hans-Willi Blum
UELVERSHEIM Wie bewegend der Umgang mit der Allgemeinen Zeitung sein kann, demonstrierten die Viertklässler der St. Martin Grundschule Uelversheim: „Das große, kecke Zeitungsblatt“, ein Gedicht von Josef Guggenmos, erwachte im Klassenraum zum Leben und wirbelte nur so umher. Und quicklebendig wie das poetische Zeitungsblatt zeigte sich auch die gesamte Klasse, als es darum ging, einen leibhaftigen Redakteur der Allgemeinen Zeitung mit einem ganzen Feuerwerk von Fragen zu konfrontieren.
Seit drei Wochen beschäftigen sich die Viertklässler im Projekt „Schüler lesen Zeitung“ tagtäglich mit dem Medium und verfolgen genau, was in Politik, Wirtschaft, Sport und Lokalem passiert. Im Druckzentrum Mombach haben sie sich erkundigt, wie die Zeitung gemacht wird. Jetzt wollen sie endlich wissen, wie die Artikel auf die Seiten kommen, und was das für besondere Menschen sind, die dafür sorgen, dass so viele Texte jeden Tag eine Zeitung füllen.
Dabei haben die Kinder schon einiges zum Themenbereich in Erfahrung gebracht. Was einen Kommentar ausmacht, was ein Bericht ist, wie ein Martinsumzug am besten zu beschreiben und zu fotografieren ist, wissen sie. Aber wie sie Redakteur werden können, wie der Tagesablauf eines Reporters aussieht oder woher um alles in Welt die Zeitungsleute wissen, dass in Amerika jemand ermordet worden ist, das steht jetzt alles auf der langen Liste der noch offenen Fragen.
„Die Kinder sind mit großem Engagement bei der Sache“, berichtet Klassenlehrerin Anneliese Albrecht. „Und wir nehmen die Zeitung ganz häufig in die Hand. Wir haben schon Drachen gebaut, magische Papierhüte und als nächstes basteln wir Weihnachtsdekoration aus Zeitungspapier“, zählt Albrecht auf. „Und natürlich haben wir auch schon eine ganze Reihe von Artikeln gelesen und besprochen.“
„Und was lesen Sie zuerst, wenn Sie die Zeitung lesen?“, wollen die Kinder vom Redakteur wissen. „Und wer sagt Ihnen, wo ein Unfall passiert ist, und woher wissen Sie, wie hoch der Sachschaden ist?“ Kaum sind die Antworten gegeben, schon gibt es jede Menge zu erzählen über die eigenen Erfahrungen mit Unfällen und vor allem mit Rettungshubschrauber „Christoph 77“. Aber das ist eigentlich eine ganz andere Geschichte…