SCHÜLER LESEN ZEITUNG I Vierte Klassen der Goldborn-Schule besuchen die Brandschützer am Flughafen

Von Veronika Oechsner

FLÖRSHEIM/FLUGHAFEN. Ein strahlend blauer Himmel begrüßte die 28 Grundschüler der Wickerer Goldborn-Schule am Donnerstagmorgen auf dem Frankfurter Flughafen. Im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“, wurden die Klassen 4a und 4b vom Projektpartner Fraport zur Besichtigung der Flughafenfeuerwehr eingeladen.

 „Außerdem kämpft ein Feuerwehrmann nie alleine, wir sind nur gemeinsam stark.“ (Wolfgang Netten, Feuerwehrmann)

Die Aufgabe der Viertklässler war es, gemeinsam über den Ausflug einen Zeitungsartikel zu schreiben. Mit quietschgelben Sicherheitsjacken und Besucherausweisen ausgerüstet, konnte die Tour im Bus losgehen. Vorbei am Rollfeld endete die Fahrt vor den Hallen der Feuerwache 4. Dort angekommen, empfing Feuerwehrmann Wolfgang Netten die jungen Schüler. Deren große Augen wanderten immer wieder zwischen den knallroten Feuerwehrautos und den Flugzeugen, die neben der Halle im Minutentakt starteten und landeten, hin und her.

Teams aus Schreibern und Fotografen

Nach der kurzen Begrüßung durften die Schüler, aufgeteilt in Teams aus Schreibern und Fotografen, direkt mit ihrer Aufgabe beginnen. Die Mini-Reporter fackelten nicht lange und stellten dem erfahrenen Feuerwehrmann ihre Fragen. Lehrer Thomas Scharhag erklärte, dass die Grundschüler die Fragen mit viel Fleiß selbst erarbeitet hätten. Zudem wäre das Interesse der Kinder für die Werksfeuerwehr groß gewesen. Denn unter den Viertklässlern seien auch „Minilö- scher“, also Mitglieder der Wickerer Kinderfeuerwehr. So zum Beispiel die zehnjährige Lea. Für sie seien die großen Löschfahrzeuge demnach nichts Neues, trotzdem hätte sie sich sehr auf den Projekttag gefreut. Während das Foto-Team fleißig drauf los knipste, nahm sich Netten viel Zeit für die Fragen bezüglich des Feuerwehrberufs. Der 61-jährige Fachmann weiß: „Körperliche Fitness ist das A und O. Außerdem kämpft ein Feuerwehrmann nie alleine, wir sind nur gemeinsam stark.“ Um einen Brand zu löschen, sei stets ein Zusammenspiel aus vielen Leuten und Geräten nötig. Jedoch zeigte Netten auch die Schattenseiten des Berufs auf. Die Arbeit sei hart, man wäre oft weg von der Familie. In dem Beruf gebe es keine Fest- und Feiertage wie Ostern oder Heiligabend. Anschließend wurden die Grundschüler durch die Räumlichkeiten geführt. Besonders begeistert zeigten sie sich von der silbernen Rutsche, mit der sich der Weg vom ersten Stock ins Erdgeschoss im Einsatzfall besonders schnell bewältigen lässt. Die berüchtigten Rutschstangen gebe es allerdings schon lange nicht mehr, erzählte Netten. Insgesamt vier Feuerwachen sind nur für den Flughafen zuständig. Eine Besonderheit im Bereich der Wache 4 ist das Feuerwehr Trainings-Center. Auf dem Übungsplatz werden Männer und Frauen für den Extremfall geschult.

Feuerlöschtraining in der Flugzeug-Attrappe

Dieses Areal konnten die Viertklässler im Anschluss besichtigen. Dort erlebten sie hautnah ein Feuerlöschtraining, das für Spannung sorgte. Im Fokus war eine Flugzeug-Attrappe, die auf einer schwarzen Matte stand. Die Nachbildung fungiert als Brandsimulationsanlage. Auf dem Untergrundmaterial wurde kontrolliert ein echtes Feuer entfacht, das im Rahmen der Übung gelöscht werden sollte. Die Flammen loderten gefährlich nahe am Rumpf der Attrappe, während die Kinder das Spektakel in sicherer Entfernung beobachteten. Zwei junge Mädchen hatten die Chance, den Brand mit zu löschen. Sie durften unter Aufsicht der professionellen Feuerwehrmänner in dem Löschfahrzeug mitfahren. Dieses pirschte sich seitlich an die Attrappe heran und löschte die Flammen mit einem kräftigen Wasserstrahl im Nu. Zum Abschied appellierte Feuerwehrmann Netten mit einem Augenzwinkern an die Grundschüler: „Ich hoffe, ich sehe ein paar von euch in zehn Jahren hier wieder.“