Viertklässler der Grund- und Hauptschule Petersackerhof machen mit bei „Schüler lesen Zeitung“

Von
Ann-Kathrin Staßen
OBERDIEBACH-RHEINDIEBACH Die Zeitung ist ein spannendes Medium. Dies haben in diesen Tagen zahlreiche Viertklässler an der Grund- und Hauptschule Petersackerhof erfahren. Die Jungen und Mädchen nahmen an dem Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teil. AZ-Redakteur Gerhard Grunwald besuchte jetzt zum Abschluss der Projektwochen die Schüler und beantwortete eine Vielzahl von Fragen.
Beim Betreten des Klassenzimmers der 4a sieht jeder sofort, dass diese Klasse sich aktiv mit Zeitungen beschäftigt. Betreut von Klassenlehrerin Gudrun Gerharz nehmen die Kinder nun schon seit mehreren Wochen an dem Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teil, was Spuren im Klassenzimmer hinterlassen hat. An den Wänden kleben selbstgebastelte Hüte und Schiffe, auf dem Boden stehen von den Kindern aus alten Zeitungen gebastelte Mülleimer und auf jedem Platz liegt die aktuelle Ausgabe der „Allgemeinen Zeitung“.
Nach dem Besuch der Druckerei der Verlagsgruppe Rhein-Main in Mainz-Mombach in der vergangenen Woche stand nun der Besuch eines Redakteurs in der Klasse an. Die Kinder erwarteten Gerhard Grunwald, der in der Redaktion Bingen arbeitet, schon lange, es brannten so viele Fragen unter den Nägeln. Direkt nach der Begrüßung des Gastes flogen die Hände der Kinder in die Luft, jeder wollte die eigene Frage als erstes stellen. „Wer schreibt denn eigentlich die Zeitung?“, so eröffnete Kaan Özsüyek aus Niederheimbach die Fragerunde. Die Kinder lauschten aufmerksam und neugierig, als Grunwald erklärte, dass die einzelnen Teile der Zeitung aus unterschiedlichen Quellen stammen. Erstaunt hörten sie, dass Nachrichten von Agenturen gekauft werden können, so wie Brot beim Bäcker, dass aber die Nachrichten aus der heimischen Region von Redakteuren und freien Mitarbeitern in den Gemeinden selbst geschrieben werden. „Aber wie kommt man denn so schnell an die Nachrichten und wer sucht die Bilder dazu aus?“, wollte der neunjährige Richard Ruckert wissen und erfuhr, dass die AZ unter anderem Informationen von Behörden wie der Polizei oder aber auch Gemeindeverwaltungen erhält. Die notwendigen Bilder liefern im Regelfall Mitarbeiter von Fotoagenturen.
„Wer kontrolliert die Fehler?“, fragte der zehnjährige Lukas Merkelbach aus Rheindiebach und „Was macht man, wenn doch Fehler in der Zeitung sind?“, wollte Jasmin Spiegel aus Trechtingshausen wissen. Grunwald erklärte, bedauerlicherweise seien hin und wieder auch in Zeitungen einmal Fehler enthalten, jeder Artikel werde aber von Kollegen gegengelesen und gegebenenfalls verbessert.
Wissen wollten die Kinder auch, wie die Zeitung überhaupt zum Leser gelangt. Wo kommt das Papier her? Wer trägt die Zeitung aus? Wie viele Zeitungen werden am Tag gedruckt und ausgeliefert? Gegen Ende der Fragerunde wollten dann viele noch wissen, wie ein Redakteur arbeitet, wie lange er zum Schreiben eines Artikels braucht und ob es auch Ärger im Beruf gibt. „Man wird mit wachsender Erfahrung schneller beim Schreiben der Berichte“, plauderte Grunwald aus dem Nähkästchen. „Haben Sie sich als Redakteur eigentlich schon einmal geprügelt?“, wollten einige forsche Jungs wissen. „Nee, so gefährlich ist der Job dann doch nicht“, lachte der Befragte und verwies auf andere Möglichkeiten, Meinungsverschiedenheiten aus der Welt zu schaffen.