Menschen erinnern sich an die Tschernobyl-Katastrophe vor 20 Jahren / Noch heute von Interesse

Von Saskia Schuhmann und Katarina Nauth
Wie haben die Leute 1986 auf die Tschernobyl-Katastrophe reagiert? Haben sie besonders darauf geachtet, was sie gegessen haben? Wussten die Leute damals Bescheid, dass sie auf Nahrungsmittel achten müssen? Haben sie das Geschehen mitverfolgt oder gar nicht mitbekommen, was passiert ist? Wir haben nachgefragt.
Elfriede Thumerer, Mainz, wurde über das Fernsehen von der Tschernobyl-Katastrophe benachrichtigt. Nach dem Unglück achtete sie sehr darauf, was sie einkaufte: „Ich war zu dieser Zeit schwanger.“ Sie kann sich auch vorstellen, dass heute noch in dieser Gegend landwirtschaftliche Produkte verstrahlt sind. Aber von einer Sache ist sie überheugt, ebenso wie alle Befragten: „Es sind viel zu viele Menschen durch diese Katastrophe ums Leben gekommen.“
Herr Schönherr aus Wiesbaden wurde vom Radio über die Tschernobyl-Katastrophe informiert. Seiner Meinung nach ist es möglich, dass auch heute noch Lebensmittel durch die Katastrophe verseucht sind. Er achtete damals wie auch heute auf die Qualität der Produkte, die er kauft, und kauft eher heimische Lebensmittel ein.
Die Nachricht über die Katastrophe schlug bei Annette Fleck, Ockenheim, 1986 „wie eine Bombe“ ein. Sie stellte damals ihre Ernährungsgewohnheiten nicht um, da sie über eine Gefahr durch Lebensmittel nicht informiert war: „Man war gar nicht aufgeklärt über diese Sachlage.“ Heute ist sie vorsichtiger. „Man sollte darauf achten, was man isst und aus welchem Herstellerland es kommt. Ich kaufe auch lieber ein Bio-Produkt, auch wenn es fünf Cent teurer ist.“
Tarek Ezzedine aus Kastel ist heute 31 Jahre alt. Er konnte damals die Katastrophe als Elfjähriger mitverfolgen. Noch heute informiert er sich in den Medien über die Folgen der Katstrophe. Und er interessiert sich auch für alles, was mit der Katastrophe damals zu tun hatte. Auf seine Ernährung musste er als Elfjähriger in dieser Zeit noch nicht achten. Diese Aufgabe übernahm seine Mutter, sie wurde auch von den Medien gut über die Tschernobyl-Katastrophe informiert, änderte jedoch nicht ihre Essgewohnheiten, wie sich Tarek erinnert.
Die Autorinnen besuchen die Klasse 8c der Realschule Lerchenberg