Trennung ist Grundvoraussetzung für geordnete und umweltgerechte Entsorgung

Von
Annika Beck
Normalerweise sorgt die Müllentsorgung eher für Desinteresse unter der Bevölkerung als für Denkanstöße beim Öko-Bewusstsein, doch genau die Nachdenklichkeit, was aus unseren Abfällen wird, müsste die Müllentsorgung bei vielen Menschen auslösen. Beispielsweise wenn sie Elektronikabfälle im Biomüll entsorgen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wer dies später wieder aussortiert. Man muss kein militanter Umweltschützer sein, aber schon als konsequenter Mülltrenner trägt man einen guten Teil zum Schutz unseres Planeten bei.
Die Kreismülldeponie befindet sich in Framersheim. Hier wurde in der Vergangenheit Hausmüll, so wie er von den Entsorgungsfahrzeugen angefahren wurde, deponiert. Da dies seit 2005 nach dem Abfallbeseitigungsgesetz nicht mehr erlaubt ist, wird Restmüll in die Verbrennungsanlage nach Ludwigshafen gefahren.
Der bis dahin in Framersheim deponierte, ungetrennte Müll wurde mit Spezialfolien abgedichtet, mit Schotter, Sand und Erde abgedeckt und mit Gras bepflanzt. Mittlerweile sind alle Hügel begrünt. Auch vom typischen Müllgeruch, der einem aus allen Mülltonnen entgegenschlägt, ist hier nichts mehr zu spüren. Damit sich endlich auch Turmfalken ansiedeln, wurden Metallstangen aufgestellt, auf denen sich die Tiere niederlassen können.
Von der Deponie geht für Tiere, Pflanzen, Boden und Grundwasser keine Gefahr aus, obwohl in den Hügeln Tausende Tonnen Müll vor sich hin rotten. Das entstehende Faulgas wird durch ein Gasleitungssystem in ein Blockheizkraftwerk geleitet und dort in Strom umgewandelt. Dieser wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Das Sickerwasser, also alle Flüssigkeiten, die beim Fäulnisprozess entstehen, darf natürlich nicht in die Erde und somit in das Öko- oder Grundwassersystem gelangen. Wie das Faulgas wird auch das Sickerwasser abgeleitet und in einer betriebseigenen Kläranlage soweit aufbereitet, dass es in eine normale Kläranlage geleitet werden kann. Dort wird es weiter gesäubert, bis die Qualität des Wassers der des Trinkwassers entspricht. Der einzige Müll, der auf der Deponie länger gelagert werden kann, ist der Biomüll. Hier sind einige Mitarbeiter eingesetzt, die sich mit der Aussortierung des Anteils beschäftigen, die nicht zum Biomüll zählen. Erst danach können Küchenabfälle und anderer Biomüll in der Vergärungsanlage zu Kompost verarbeitet werden, der dann heimischen Winzern und Bauern als nährstoffreiche Erde verkauft wird.
Und nicht nur Winzer ziehen aus der Deponie einen Nutzen. Auch jeder andere Bürger kann seine Abfälle – vom kaputten Akkuschrauber über die ausgediente Waschmaschine, den Kühlschrank bis zur defekten Neonröhre – auf der Deponie zur Entsorgung abgeben. Einzig Sondermüll, wie giftige Chemikalien enthaltende Lacke und Farben oder alte Medikamente, werden nicht angenommen. Diese Stoffe werden vom Landkreis in getrennten Sonderaktionen eingesammelt. Jeder Bürger kann und muss also durch sorgfältige Mülltrennung, am besten schon durch die Vermeidung von Müll, für eine bessere Umwelt Sorge tragen.