Warum engagiert sich die Sparkasse Rhein-Nahe eigentlich bei „Schüler lesen Zeitung“?
Scholten: Ganz einfach deshalb, weil wir es für eine gute Sache halten, Schüler frühzeitig den Umgang mit diesem Medium nahe zu bringen. Es geht um die Fähigkeit, Informationen herauszufiltern, sie zu bewerten. Und wir haben durchaus ein Eigeninteresse – immerhin bieten wir unseren Azubis mittlerweile Deutsch-Kurse an, weil die Leistungen etwa beim Schreiben von Geschäftsbriefen verbesserungsfähig sind.
Man sagt ja, dass Tageszeitungen eher gelesen werden, wenn man schon früh mit ihnen in Kontakt gekommen ist. Wie war das denn bei Ihnen?
Scholten: Genauso war es bei mir – ich bin in Kastellaun natürlich mit der lokalen Zeitung aufgewachsen.
Und wie sieht Ihre Zeitungslektüre heute aus, da Sie im Berufsleben stehen?
Scholten: Pflichtlektüre sind täglich das Handelsblatt, die Financial Times, die FAZ sowie die lokalen Tageszeitungen in Bad Kreuznach und Bingen. In der Woche lese ich dann noch den Spiegel.
Bei dem Pensum müssen Sie ja wohl selektiv lesen. Wie sieht das bei Ihnen also aus?
Scholten: Ja, morgens lese ich erst einmal den Sportteil, dann das Lokale und den Wirtschaftsteil. Im Büro lese ich den Binger Lokalteil sowie die überregionalen politischen und wirtschaftlichen Berichte. Vor allem lese ich die Kommentare.
Ist es denn nicht merkwürdig, Kommentare vor den eigentlichen Berichten zu lesen?
Scholten: Die Reporter verfügen ja gemeinhin über mehr Informationen, als sie im Bericht unterbringen können. Diese findet man oft in den Kommentaren. Natürlich sind die Kommentare weltanschaulich geprägt, deswegen ist es mir sehr wichtig, auch ganz verschiedene Medien zu nutzen.
Sie haben eine Weile in Frankreich gearbeitet – welche Zeitungen haben Sie dort gelesen?
Scholten: Ich habe dort natürlich auch deutsche Zeitungen bekommen, dazu habe ich den „Figaro“ gelesen und oft, auch wenn ich nicht immer alles verstanden habe, die Satirezeitung „Le Canard Enchaîné“.
Das Gespräch führte
Robert Neuber