Schüler lesen Zeitung Praxistag mit Schnitzeljagd bei Bauunternehmung Gemünden

Von Beate Schwenk

INGELHEIM/MAINZ. Büro oder Baustelle? Eine Grundsatzfrage, mit der sich Schüler der Mainzer BBS1 bei einem Besuch in Ingelheim beschäftigten. Ein Ausflug zur Bauunternehmung Gemünden bot ihnen die Chance, sich ein Bild von beiden Optionen zu machen. Im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ besichtigten sie das Bürogebäude und den Betriebshof. Die 17- bis 19-Jährigen machen in diesem Jahr ihren qualifizierten SekundarabschlussI und müssen sich bald entscheiden, wohin die Reise gehen soll.

Arbeitsstunden ermitteln, Kosten kalkulieren

Den Anfang des Besuchstages machte eine „Berufeschnitzeljagd“ im Verwaltungsgebäude, wo die Schüler verschiedene Abteilungen durchliefen und diverse Aufgaben zu lösen hatten. Dabei mussten beispielsweise Material- und Arbeitsstunden für ein Kunstwerk nebst Sockel ermittelt oder die Kosten für eine Deckenkonstruktion kalkuliert werden. „Sie haben das sehr gut gemacht“, lobten Carolin Hahn und Katrin Doré von der Firma Gemünden. „Sie sind sehr motiviert und interessiert.“ Das Lob bezog sich freilich nicht nur auf die Schnitzeljagd im Bürogebäude, sondern auch auf den zweiten Teil des Praxistages. Bei einem Rundgang über den Betriebshof konnten sich die Besucher aus der Landeshauptstadt das Kranlager des Unternehmens ansehen, die firmeneigene Holzhackschnitzelanlage oder die Schalungswaschanlage.

Ausbildung zum Maurer ist keine Einbahnstraße

Schließlich gab es noch einen Schnupperkurs mit Kelle und Mörtel. Unter fachkundiger Anleitung wuchs auf dem Betriebshof ein kleines Mäuerchen in die Höhe. Sehr angetan von der Aktion im Rahmen von „Schüler lesen Zeitung“ war Lehrerin Ruth Dikau. Der Praxistag vermittle sehr anschauliche Einblicke in den Arbeitsalltag und mache den Schülern obendrein klar, dass die Ausbildung zum Maurer keine Einbahnstraße sei. Man könne sich weiterqualifizieren zum Polier und es über ein Studium bis zum Bauingenieur bringen, bestätigte Personalleiterin Katrin Doré. Mindestens zwei der Mainzer Schüler wollen ihr Glück bei der Firma Gemünden versuchen, darunter Sebastian Heinermann. „Ich schicke die Bewerbung heute noch ab“, kündigte der 18-jährige Berufsschüler direkt nach dem Schnupperkurs an.