ANGEKOMMEN Mohammad aus Syrien lebt bei einer Wiesbadener Familie / Er möchte nicht mehr zurück

Von Riccardo Vogel

WIESBADEN. Dunkle Haare, lässige Jogginghose, so sitzt er mit seinem Bruder auf der Mauer und zieht an seiner Zigarette. Man hört sie Arabisch mit den vor ihnen stehenden Freunden sprechen.

Brüder sind jetzt wieder vereint

Es ist dunkel und windig draußen. Der Wind pfeift durch die engen Gassen der Wiesbadener Innenstadt. Immer mehr Freunde gesellen sich zu ihnen. Mit 15 flüchtete Mohammad mit einem Freund und vielen anderen Flüchtlingen von Syrien nach Deutschland. Der Lockenkopf Mohammad Amin Sabei antwortete auf die Frage, wie er hierhergekommen sei, indem er einen Teil der Flucht beschreibt: „Ich und ein guter Freund sind mit mehreren Leuten in einem Lkw über die Grenze gebracht worden, es war sehr stickig und eng in dem Lastwagen. Wir haben kaum Luft bekommen.“ Mittlerweile lebt er bei einer Familie in Wiesbaden, die ihn aufgenommen hat. Sein Bruder Ibrahim kam zwei Jahre später nach Abklärung der Behörden nach Deutschland. Er lebt jetzt im sogenannten Blauen Haus in Wiesbaden, da er erst 16 ist. Im Blauen Haus wohnen Jugendliche, die ohne ihre Eltern nach Deutschland gekommen sind, darunter viele 15- und 16-Jährige. Mit 18 Jahren möchte er zu seinem Bruder Mohammad ziehen, so zumindest die Pläne. „Meine Mutter lebt noch in Syrien im Stadtteil Latakia“, berichtet Mohammad Amin Sabei. Er möchte aber nicht wieder zurück nach Syrien. Die Stadt Wiesbaden nimmt zahlreiche Flüchtlinge auf. 2204 leben derzeit in Gemeinschaftsunterkünften. Seit 2015 sind etwa 4300 Flüchtlinge nach Wiesbaden gekommen. Mohammad und Ibrahim sind zwei von ihnen. Der 19-jährige Mohammad plant, nach dem Hauptschul- auch den Realschulabschluss zu machen.

 

24 Schulen waren diesmal an Bord – PREIS Campus-Schüler gewinnt Kopfhörer-Set

Von Anke Hollingshaus

WIESBADEN. Eigentlich haben sie gerade Pause. Aber die Achtklässler im Campus Klarenthal bleiben im Klassenzimmer, denn einer von ihnen wird jetzt ausgezeichnet. Riccardo Vogel hat gewonnen bei der Kür der besten Artikel, die im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ eingereicht wurden. Reportagen über einen neuen Schulhund, Berichte über selten gewordene Pflanzen, die Landesgartenschau und über Gaffer, die Rettungskräfte in ihrer Arbeit behindern, wurden geschrieben. Einige haben wir bereits veröffentlicht.

Einige Texte waren schon im Blatt

Riccardo hat über zwei Brüder geschrieben, die als Flüchtlinge von Syrien hierher gekommen sind. Ein Freund von ihm ist der Sohn der Familie, die einen der beiden Jungen, Mohammad, aufgenommen hat. Für den Gewinner Riccardo gab es Kopfhörer, für alle anderen, die mitgemacht haben beim Schreibwettbewerb, ein dickes Lob. Der Wettbewerb war unterteilt in Artikel von Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 7 und von Älteren. Bei der diesjährigen Frühjahrsaktion von „Schüler lesen Zeitung“ haben Redakteurinnen und Redakteure wieder viele Schulklassen besucht, mit den Schülern darüber gesprochen, wie Zeitungen entstehen, und auch darüber, welche Rolle die neuen Medien inzwischen spielen. Für die Jugendlichen stehen sie sehr oft im Mittelpunkt des Interesses, sind gleichzeitig wichtigste Informationsquelle und Freizeitbeschäftigung. Diesmal haben 24 Wiesbadener Schulen mitgemacht: Ernst-Göbel-Schule, Adolf- Reichwein-Schule, Brüder- Grimm-Schule, Campus Klarenthal, Diesterweg-, Freiherrvom- Stein-, Jahnschule, Geschwister- Scholl-Schule, Goetheschule, Grundschule Bierstadt, Stresemannschule, Hebbelschule, Eichendorffschule, Krautgartenschule, Pestalozzi- und Rudolf-Dietz- Schule. Bei den weiterführenden Schulen waren dabei: Campus Klarenthal, Diltheyschule, Gutenbergschule, IGS Kastellstraße, Kellerskopf-, Oranien- und Riehlschule. Außerdem beteiligen sich die Friedrich-List-Schule sowie das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft.