Hebammen bangen um ihre Existenz

Von Lissy Hoffmann, Klasse 8b, Gymnasium Mainz-Oberstadt

Deutschland. Seit mehreren Jahren ist es ein aktuelles Thema: Das Aussterben des Beruf der Hebamme bereitet vielen Menschen Probleme, vor allem den werdenden Müttern, die beispielsweise eine Hebamme für ihre Wochenbettbetreuung suchen. Und der Konflikt ist noch nicht gelöst.

Jeder von uns hatte in seinem Leben schon mindestens einmal mit ihr zu tun. Jede Sekunde wird sie auf der Welt gebraucht, überall: die Hebamme. Hebammen leisten schon länger als die meisten von uns sich vorstellen können, werdenden Müttern und ihren Familien mit ihrem Fachwissen Beistand. Dennoch der Beruf wird immer seltener und die wenigsten wissen warum.

Hebammen müssen laut Gesetz jährlich eine Haftpflichtversicherung abschließen, um sich vor eventuellen Schäden zu schützen, die während der Betreuung an Mutter und Kind auftreten könnten. Diese Versicherung wird von Jahr zu Jahr teurer. Man könnte meinen, dass dies an der steigenden Anzahl an Schäden liegt, doch das ist nicht der Fall. 2014 wurde festgestellt, dass sich nicht mehr Geburtsschadensfälle ereignet haben als in früheren Jahren, sondern, dass mehr vor Gericht geklagt wird – ob berechtigt oder nicht – und dass, wenn es zu einer Verurteilung kommt, die Entschädigungssummen erheblich gestiegen sind, für die die Versicherung aufkommen muss. Einer der Gründe weshalb Versicherungen die Prämien für die freiberuflichen Hebammen stetig erhöhen, ist, dass in der Freiberuflichkeit die Unfallquote theoretisch höher ist als in den Kliniken. Die aktuelle Versicherungsprämie für freiberuflich arbeitende Hebammen, die Geburtshilfe leisten, liegt bei 7.600 Euro im Jahr. Viele der bisher freiberuflich arbeitenden Hebammen entscheiden sich daher für eine Stelle im Krankenhaus oder im schlimmsten Fall für das Ende ihrer Tätigkeit in diesem Beruf. Das Gehalt der Hebamme ist, in Anbetracht der hohen Verantwortung, die sie trägt, zu gering, um davon leben zu können. Trotz vieler Protestaktionen und Beschwerden gibt es nach wie vor keine Einigung.

Familien, die eine Hebamme brauchen, sollten sich möglichst früh informieren. Nur so ist gewährleistet, dass die Hebamme ihrer Hauptaufgabe nachgehen kann: den Familien ihr neues Leben mit Kind nahezubringen.

 

Steigende Prämien der Versicherungskosten:
1981-30,68 €
1992-178,95 €
2003-1352,56 €
2009-2370,48 €
2010-3689 € ( ohne Vorschaden) / 4611,25 € (mit Vorschaden)
Ab Juli 2012-4242,45 € (ohne Vorschaden) / 5302,64 € (mit Vorschaden)