Vergnügliches Fest in Nauheim zum Auftakt der neuen Grundschulaktion von „Schüler lesen Zeitung“

Von
Michael Wien
Was Martina Fehrs-Kopp mit ihrer Klasse 4a und Christa Cordes mit ihrer 3b in krankheitsbedingt kurzer Vorbereitungszeit von wenigen Tagen auf die Beine gestellt hatten, machte nicht nur ihren Zuschauern, sondern auch den Kindern merklich Spaß. Ein Theaterstück hatte Fehrs-Kopp geschrieben und ein Zeitungslied ganz speziell für den Nauheimer Nachwuchs noch dazu. Beides hatte die 4a nach nur drei Tagen Probenarbeit derart parat, dass den Journalisten der Mund offen blieb.
Ed, Olga I und Olga II vom Planeten Gogol tauchen auf der Erde auf, parken ihr Raumschiff mitten in Nauheim und staunen: Der erste Mensch, der ihnen begegnet, preist die „Main-Spitze“ an. „Armutsrisiko für Kinder“ lässt er sich lautstark hören. Die Außerirdischen haben es weit gebracht, aber zu einer Zeitung offenbar noch nicht. Zeitung? Wozu braucht man die? Neugierig kaufen sie sich zunächst ein Exemplar.
In der Folge sind bloß ein paar schwarzbebrillte, auch ansonsten undurchschaubare Typen bereit, sich gegen ein Kistchen Astro-Dollars von ihrer Zeitung zu trennen, aus der sie eben noch Buchstaben geschnitten gaben, um typische Gangsterbriefe zu verfassen. Alle anderen bestehen darauf, ihre Zeitungen weiter zu gebrauchen. Zeitungen kann man als Hut und als Unterlage beim Tapezieren verwenden, mit Zeitungen kann man Flaschen und andere Dinge bekleben. Ach ja, und lesen kann man seine Zeitung auch. Dass man dann schon heute weiß, wie morgen das Wetter sein wird, dass man zugleich erfährt, wann die Mammuts in Nauheim ausgestorben sind, obwohl es damals noch gar keine Menschen gab, die davon berichten könnten, und dass man dazwischen auch noch erfährt, was zurzeit im Heimatort los ist, lässt die Leute von Gogol staunen. Sie kaufen dem Zeitungsmann alle Exemplare ab und machen sich auf die Heimreise durchs All. Vermutlich wird nun bald in einem anderen Sonnensystem die „Main-Spitze“ kopiert.
Die Mädchen und Jungen waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Mit den Journalisten staunte auch die Klasse 3b, die sich über manche vergnügliche Szene herzhaft amüsierte und am Ende der 4a stürmischen Beifall spendete.
Beifall gab es auch, als Berge von Zeitungen hereingetragen wurden. Zwei Wochen lang werden sich die Kinder der Grundschule nun ganz intensiv im Unterricht mit der „Main-Spitze“ befassen. Dabei wird natürlich nicht tapeziert, sondern gelesen. Beim Redakteur und beim Fotografen erkundigten sich Kinder beider Klassen nach den Aufführungen eine Stunde lang ganz genau, wie eine Redaktion funktioniert und wie sie an Nachrichten herankommt. Ein Bericht über diesen Teil des Vormittages wird ihnen und unseren übrigen Lesern alsbald nachgereicht. Und noch etwas: Die Mädchen und Jungen sind auch eingeladen, eigene Berichte zu verfassen, die dann in der „Main-Spitze“ veröffentlicht werden. Erwachsene Leser erfahren so aus erster Hand, wie Nauheimer Kinder ihre Heimat erleben.