Staudinger-Schüler fragen Passanten nach ihrem Verhältnis zur Wormser Zeitung

Von Deborah Willig, Paul Kraft, Nora Bisso, Serife Yildirim, Eduard Reichert und Melanie Berghorn,
Klasse 10 der Staudingerschule
Erstaunlich war für uns zunächst, dass es tatsächlich Zeitgenossen gibt, die – bei herrlichem Sonnenschein gemütlich im Straßencafe sitzend – uns erklären, für eine kurze Befragung keine Zeit zu haben. Andere wiederum, immerhin 23, lesen gar keine WZ, weil sie ihnen zu teuer, zu ausführlich oder zu uninteressant ist. Das sind die Leute, die auf weitere Nachfrage sagen, dass sie die Zeitung mit den großen Buchstaben und den vielen Bildern bevorzugen beziehungsweise aus Geldgründen auf den Nibelungenkurier und das Wochenblatt zurückgreifen. Drei jüngere Befragte lesen keine Zeitung, weil sie alles für sie Interessante aus dem Internet ziehen.
Am Ende waren es aber dennoch gut 200 gefüllte Befragungsbögen, die wir zur Auswertung mit nach Hause nehmen konnten. Unter den Lesern der Wormser Zeitung gibt es enorm viele langjährige Abonnenten, die ihrer Zeitung zum Teil seit Jahrzehnten die Treue halten. Mit steigendem Alter der Befragten sind es logischerweise um so mehr. Verblüfft hat uns dabei die teilweise stattliche Mitleser-Zahl innerhalb der Familien. Ein Mann gab 20 mitlesende Familienangehörige an. Im Durchschnitt sind es drei bis vier weitere Leser pro Zeitungsexemplar. Auf die Frage nach den Lieblingsthemen rangierte Lokales (43) vor Sport (41), Politik (32), Panorama ( 23), Werbung, Annoncen, Veranstaltungen (17) und Todesanzeigen (12).
Es sind ältere Menschen, die gezielt nach den Todesanzeigen suchen und dann traurig sind, wenn sie Bekannte finden und froh darüber, selbst noch am Leben zu sein, so die Aussage eines 80-jährigen Mannes.
Kurios fanden wir, dass eine ganze Reihe von Befragten die Zeitung von hinten nach vorne liest, ohne dies näher erklären zu können.
Bei unserer Frage nach der Lektüre weiterer Tageszeitungen nahm erwartungsgemäß die Bild-Zeitung den größten Raum ein.Vereinzelt wurden auch FAZ, Süddeutsche und die Welt genannt. Ein junger Mann bekannte sich zur ausschließlichen Lektüre des Playboy. Na dann…!
Unser Fazit: Die Wormser Zeitung hat in der Bevölkerung eine große Akzeptanz und eine treue, langjährige Leserschaft. Allerdings nehmen Anzeigenblätter bei manchen Menschen die Stelle der Tageszeitung ein. Drei Personen gaben sogar an, deswegen die WZ abbestellt zu haben.
Durch Projekte wie dieses, in dem Schüler über mehrere Wochen die Gelegenheit haben, die WZ zu lesen und mit ihr zu arbeiten, bestehen aber gute Chancen, vermehrt junge Leser zu erreichen, die später zu Abonnenten werden können.