PESTALOZZISCHULE „Main-Spitze“-Redakteurin im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ zu Gast in den Klassen 3a und 3g

RAUNHEIM (fri). Durch die Welt reisen und mit Superstars auf der Couch plaudern – sieht so der Berufsalltag eines Journalisten aus? Wie wenig die Vorstellung von der Arbeit eines Promi-Klatschreporters mit der Tätigkeit einer Lokalredakteurin zu hat, erklärte Susanne Wildmeister von der „Main-Spitze“ am Freitag in zwei dritten Klassen der Pestalozzischule.
Seiten layouten, Artikel redigieren, Überschriften formulieren, Termine koordinieren, Themen recherchieren und Reportagen schreiben – für alles interessierten sich die Schüler der Klassen 3a und 3g beim Unterrichtsbesuch der Redakteurin. Wissbegierig und pfiffig stellten sie ihre Fragen, die sie zuvor im Unterricht im Rahmen des Projekts „Schüler lesen Zeitung“ gut vorbereitet hatten.
Die Lehrerinnen Andrea Schwiertz und Sandra Isabell Zellner hatten die Zeitungslektüre bereits mehrfach in den Deutsch- und Sachkundeunterricht einfließen lassen. Die Vorlieben der Kinder beim Schmökern in der „Main-Spitze“ zeigten sich schnell. Viele finden den Hägar-Comic klasse wie Merve, andere mögen die Promi-Neuigkeiten auf der Panorama-Seite oder die Sportberichterstattung – „am liebsten Fußball“. An Top-Themen wie Schweinegrippe oder türkisches Hochzeitsmassaker kommen Elena, Vasiliki und Can nicht vorbei. Gelacht hat die ganze Klasse über das Missgeschick einer 140-Kilo schweren Engländerin, die über Stunden in ihrer Badewanne eingeklemmt war.
Eine Tageszeitung kennen die meisten Schüler von zu Hause, wie eine Umfrage in der 19-köpfigen Klasse 3g ergab. Dabei ist die „Main-Spitze“ mit sieben Nennungen am häufigsten auf den Frühstückstischen der Familien zu finden.
Die Kinder hatten also ausreichend Vorkenntnisse, um die Redakteurin mehr als zwei Schulstunden lang förmlich mit Fragen zu bombardieren. Und so erfuhr beispielsweise Fatih, dass es die „Main-Spitze“ schon seit 132 Jahren gibt. Ayse wollte wissen, warum jede Seite sieben Spalten hat, Nina fragte nach der Anzahl der Artikel in einer Ausgabe. Zineb, Francesca und Patrick interessierte es, wie man Redakteur wird. Wie ein Artikel entsteht, fragte Christopher. „Reisen Sie manchmal um die ganze Welt“, hakte Patrick nach. Sogar die Mondphasen im täglich abgedruckten Kalenderblatt und das Kreuzworträtsel waren Thema.
Ständig wurden Finger eifrig in die Luft gereckt. „Ist Ihr Beruf auch anstrengend, mal locker-lässig oder auch mal schwer“, fragten Enes, Ilias und Aysun. „Das ist ähnlich wie bei Euch in der Schule. Es gibt Tage, da läuft alles wunderbar, man trifft interessante Menschen, schreibt über spannende Themen. An anderen Tagen geht etwas schief oder aufgrund aktueller Ereignisse müssen Seiten abends noch mal umgebaut werden. Dann wird es schon mal stressig und anstrengend“, schilderte die Redakteurin.
Eines wurde beim Unterrichtsbesuch in der Pestalozzischule besonders deutlich: so vielfältig wie die Fragen der Kinder ist auch die Arbeit in der Zeitungsredaktion. Langweilig wird es nie.