Schüler schreiben ihre Meinung zu Spvgg.-Aktion

Von
Sonja Probst
INGELHEIM/GAU-ALGESHEIM Sich in der Zeitung über aktuelle Geschehnisse informieren – und dann eine eigene Meinung bilden: Die Achtklässler der Regionalen Schule Gau-Algesheim, die seit Ende Oktober zusammen mit ihrer Lehrerin Britta Tegtmeyer am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teilnehmen, haben sich dies zu Herzen genommen – und in eigenen Leserbriefen Stellung zum neuen Nacktkalender der Spielvereinigung Ingelheim bezogen. Das Fazit der Jugendlichen zu der Aktion ist dabei ganz unterschiedlich.
Jennifer Mittereder (13 Jahre) meint etwa, dass sich durch den Kalender vielleicht viele Mädchen jetzt stärker für Fußball interessieren würden. Sie persönlich würde den Kalender jedoch nicht kaufen, weil er doch auch ziemlich teuer sei. Dass zu einer solchen Aktion durchaus Mut gehöre, bescheinigen derweil Yannick Settele und Lars Dörzapf den Spielvereinigungs-Spielern. „Ein großes Lob von mir“, ist aus diesem Grund auch von Björn Hinderkopf zu dem Kalender zu hören.
„Der Fußballer gehört auf den Fußballplatz und nicht vor die Kamera“, ist wiederum Eva Hassemer überzeugt. Anstatt Model zu spielen, sollten die Spieler ihrer Meinung nach lieber mehr Zeit für das Training verwenden. Dem schließt sich auch Christian Kaschta an. „Sie sollten sich lieber mehr auf den Fußball konzentrieren und andere Fanartikel herstellen lassen“, schreibt er. Zwölf Euro für den Kalender, so ist auch seine Meinung, seien zudem sehr teuer.
Über die Zielgruppe der Aktion hat sich wiederum Michaela Schepp Gedanken gemacht: „Der Kalender wird sicherlich nur den Frauen gefallen. Daher werden die Frauen den Kalender kaufen und nicht die Männer“, schreibt sie. Allerdings sei der Kalender andererseits auch wieder ein schönes Geschenk für Frauen, führt sie fort.
„Es ist nicht normal, sich nackt fotografieren zu lassen“, findet zudem Johann Kloep deutliche Worte. Und auch Michelle Hauff findet den Kalender nicht gut, „weil die Mannschaft auch Kuchen hätte verkaufen können, um Geld zu verdienen“. Der Einsatz der Spieler verdiene jedoch Respekt, meint sie. „Ich hätte so etwas nicht gemacht“, ist Daniel (15 Jahre) überzeugt. „Ganz okay“, lautet derweil das Kalender-Urteil von Brigita Zepic. Steve Parrott und Kevin Kuhring fänden es hingegen besser, wenn man Fotos von den Spielen der Spvgg. im Kalender sehen würde.
Dass es durchaus andere Möglichkeiten gegeben hätte – Kuchen verkaufen, Spenden sammeln etwa -, ist auch die Meinung von Anastasia Schröder. Trotzdem findet sie es mutig von den Spielern, „dass sie sich splitternackt vor die Linse gestellt haben“. „Respekt!“, lautet ihr Kommentar.
Überhaupt: Auch wenn der Kalender bei einigen der Jugendlichen also nicht besonders gut ankam, waren sich die meisten doch zumindest in dem Punkt einig, dass der Einsatz der Spieler für ihren Verein durchaus lobenswert ist.