Beim Tischtennis-Turnier herrscht große Anspannung / Jeder Punkt wird hart umkämpft / Im Team integriert

WIESBADEN Es geht wieder los. Die Gegner stehen sich verbittert gegenüber und funkeln einander eisig an. Die Spielbegrüßung kommt zwischen zusammengedrückten Zähnen hervor und verliert eigentlich gänzlich ihre Bedeutung: „Wir begrüßen unsere Gäste aus Martinsthal herzlich mit einem einfach `gut Sport`.. . .“ Wie ironisch! Es wird verlesen, wer gegen wen wo antritt. Um den Aufschlag wird gelost und dann geht der erste Satz los. Ein Satz, der eventuell das Spiel entscheiden kann, weswegen Stille, Konzentration und Anspannung in der Halle herrschen. Ab und zu hört man es leise oder auch laut fluchen. Aggression und Wut nehmen zu, es wird sich beschwert und das Spiel wird immer penibler. Zwischen den Sätzen kommt der jeweilige Trainer zu seinen Spielern und gibt ihnen Tipps: „Spiel ihm den Ball öfters auf die Vorhand! Gib mehr Spin in den Ball, dafür ist er empfindlich!“. Natürlich werden die Gegner auch beraten.
Jeder Punkt ist mittlerweile enorm wichtig und hart umkämpft. Wer hier die Kontrolle über sich verliert, der hat nicht nur die Kontrolle, sondern auch das Spiel direkt verloren. Deswegen liegen bei vielen die Nerven blank. Besonders aufreibend sind Fünf-Sätze-Matches. Hierbei wird besonders lange gespielt, und es schauen dann auch viele Leute zu, da diese schon mit ihrem Spiel fertig sind. „Es ist sehr belastend, wenn alle Blicke auf einen starren und jeder deiner Schritte verfolgt wird“, so Matthias, ein Spieler in der Mannschaft des TuS Hahn.
Plötzlich lautes Klatschen und Zujubeln. Ein Spiel wurde gewonnen! Der Verlierer ist auf einmal leise und frisst die herbe Niederlage in sich rein. Dementsprechend die Reaktion der Mitverlierer: Hängende Schultern, gesenkte Köpfe und Enttäuschung beim Team von Martinsthal.
Aber auf der anderen Seite Freude, Stolz und viel Lob: „Boarh, da hast du’s ihm aber gezeigt! Ha, der hat seine Lektion erteilt bekommen! Klasse, einfach nur Klasse! Nicht schlecht, dein Topspin, um nicht zu sagen unglaublich!“. Eine knallbunte Gefühlsexplosion also! Auf einen Schlag. Ein nicht zu vergessendes Erlebnis!
„Das ist ein gut ausgetüfteltes System; Einerseits trägt man die Verantwortung für sein Spiel ganz alleine, andererseits ist man in ein Team integriert und kann Hilfe empfangen. Auch wer ein Nur-Team-Player ist, hat seinen Spaß bei den Doppeln! Jeder kann mitmachen, ob alt, jung, dick, dünn, groß oder klein. Ein Sport für jedermann: Das ist Tischtennis!“, so wieder der Tischtennistrainer.
Wer also fit mit Spaß und Spannung bleiben möchte, der scheint hier richtig zu sein!
Tristan Collette, Klasse 9G der Elly-Heuss-Schule, Wiesbaden.