Stadtwerke laden Kinder zu Spiel in die Kunsthalle ein

Von
Oliver Kreft
Jedes Kunstwerk ist auf seine Weise ein Forschungsprojekt. Zu entdecken gibt es also viel beim Forscherspiel „Von Filmkulissen, Luftschlössern, Raumgespinsten…“ in der Kunsthalle Mainz. Zwölf Kinder der Grundschule Essenheim bewiesen jede Menge Forscherdrang bei der spielerischen Forschungsreise.
„Kindern einen möglichst direkten Zugang zu Kunstwerken verschaffen, die wir hier zeigen“, das ist das Ziel laut Kunsthistorikerin Angelika Klessinger, Organisatorin des Forscherspiels. Die Entdeckungsreise ist eng an die aktuelle Ausstellung „Illusion & Konsequenz“ angelehnt. Darin geht es um räumliche Illusion und Wahrnehmung.
Was Illusion bedeutet, dass Räume „uns vortäuschen da zu sein, aber es in Wirklichkeit gar nicht sind“ (Klessinger), erfahren die Schüler. Um diesen Effekt zu visualisieren, zeigt die Kunstpädagogin ein Bild, auf dem Personen und Engel durch eine kreisrunde Öffnung nach unten schauen. Die Kinder sind begeistert.
Bei der vom Wiener Künstler Fritz Panzer als Drahtskulptur gefertigten Küche sind die Kinder aufgefordert, sich in einen der dargestellten Küchengegenstände hineinzuversetzen. Sina-Marie beschreibt sich als die Bratpfanne, die sich versteckt, wenn sie hört, dass sie „zum Fische braten benutzt werden soll“. Leon sieht sich als Teller, dem es gut geht, wenn er gespült wird. Es wird gelacht, Phantasie ist gefragt. Dann kommt Angelika Klessinger auf Filmkulissen zu sprechen und zeigt, wie die Videoinstallationen der Künstlerin Annette Gödde funktionieren. Aus vermeintlich real-plastischen Räumen wird bei der Aufnahme mit der sich drehenden Kamera die kulissenartige Wirklichkeit entlarvt. „Wie reagiert jeder Einzelne auf Räume und wie nimmt er jeden Tag in seiner Umgebung Räume wahr?“ – darum dreht sich die Ausstellung, aber auch das Forscherspiel, erklärt die Kunsthistorikerin.
Interessierte Klassen erhalten Informationen unter Telefon (0 61 31) 12 69 36