BAUBERUFE Achtklässler der Carl-Zuckmayer-Realschule plus in Nierstein erhalten bei der Firma Gemünden in Ingelheim einen praktischen Einblick in das Maurerhandwerk

Von Sigrid Kaselow

NIERSTEIN/INGELHEIM. „Leg’ den Finger drauf, dann merkst du, der Stein sitzt zu niedrig. Nimm ihn runter, gib noch etwas Speis drunter, dann passt es.“ Gehorsam folgt Schülerin Marie den Anweisungen von Maurer-Azubi Patrick Adler, klatscht etwas Mörtel auf die niedrige Mauer, fixiert den hellen Ziegel darauf, gleicht mit dem Hammer aus. Maurer Übungsstunde bei der Baufirma Gemünden in Ingelheim: 30 Achtklässler der Carl-Zuckmayer- Realschule plus aus Nierstein verschaffen sich im Rahmen des AZ-Projekts „Schüler lesen Zeitung“ Einblicke in Bauberufe.

„Das ist eine hochmotivierte Truppe“, attestiert Carolin Hahn, bei Gemünden-Bau für die Pressearbeit zuständig, den Jugendlichen. Sogar bei den im Theorie-Teil fälligen, unbeliebten Mathe-Aufgaben („Berechnet, wie viele Steine und Mörtel ihr für eine Mauer von einem Quadratmeter braucht“) sind die 13- bis 15-Jährigen voll dabei. 96 Steine und 40 Liter Speis lautete die richtige Antwort. „Wir nehmen aber 105 Ziegel, es gibt ja immer etwas Bruch“, erklärt Polier Ingo Floch die Praxis.

Dann geht es ab in die Übungsecke des Gemünden- Bauhofes, hier warten die Maurerlehrlinge Niklas Wollmer und Patrick Adler, „alte Hasen“ im zweiten und dritten Ausbildungsjahr. „Freiwillige vor“, heißt es, und die Niersteiner Schüler lassen sich nicht lange bitten. Florian und Jaroslav sind die Ersten, Mustafa ist mit ganz viel Elan dabei, will die Maurerkelle gar nicht aus der Hand legen. Und die Mädels stehen ihren Kameraden nicht nach. Rabiya hantiert schon mit der Wasserwaage, Kaya muss noch schnell ihren langen Schal ablegen, er stört beim Mauern.

Die Schüler des Redaktionsteams machen inzwischen eifrig Fotos und führen Interviews mit den Gemünden-Mitarbeitern. „Was gefällt dir am Maurerberuf, was ist nicht so gut, wie viel verdienst du, was willst du noch erreichen“, werden die beiden Maurer-Azubis Wollmer und Adler von Alisha und Alessio gelöchert. Auch Carolin Hahn muss ihren Job in der Stabsstelle Presse erläutern und zusätzlich auf Fragen antworten, wie: „Warum müssen wir hier auf dem Hof die blöden Helme tragen“? „Ihr haltet euch hier im Bereich eines Krans auf, da besteht nun mal Helmpflicht für alle, auch Besucher“, erklärt sie.

Eine eigene, kleine Zeitung mit Fotos, Aufmacher, Kommentaren und so weiter werden die Achtklässler aus ihrem Besuch bei der Baufirma und dem Projekt „Schüler lesen Zeitung“ anschließend machen, erläutern die beiden Klassen-Lehrerinnen Petra Liebers und Maren Sittel. Und loben das Zeitungs- Projekt: „Eine tolle Sache“.