Selztalschüler schauen in Nieder-Olm Schmiedemeister, Schreiner und Töpfer über die Schulter

mig. NIEDER-OLM 15 Schüler der Selztalschule (Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen) haben am Projekt „Schüler lesen Zeitung“ teilgenommen und die Chance genutzt, einen eigenen Artikel zu verfassen. Sie besuchten die Schmiede Wettig und schildern ihre Eindrücke.
„Wir, die Klasse 6/7 und unsere Lehrer Herr Sturm und Frau Allmann, gingen am ,Tag der offenen Tür‘ in die Schmiede Wettig und in den Keramikhof. Ein Schmied, ein Töpfer und ein Schreiner stellten ihr Handwerk vor. Nach einer freundlichen Begrüßung zeigte uns Herr Gebracht, der Schmied, auf einer Tabelle, wie heiß das Feuer sein muss, damit man das Eisen schmieden kann – bis zu 1300 Grad.
Der Kamin, in dem das Feuer heiß gemacht wird, heißt Esse. Früher nahm man einen Blasebalg, um das Feuer zu schüren. Heute geht das alles elektrisch. Wir durften auch kräftig mit dem Hammer das heiße Eisen auf dem Amboss bearbeiten. Das hat uns viel Spaß gemacht, war aber auch ganz schön anstrengend. Der Hammer war so schwer…
Herr Gebracht erzählte uns auch von früher. Die Lehrlinge mussten demnach bis um 18 Uhr arbeiten. Nach dem Nachtessen machten sie noch bis spät abends Nägel. Herr Gebracht zeigte uns Nägel, die Herr Wettig, der frühere Besitzer der Schmiede Wettig, gemacht hatte.
Dann ging’s weiter in die Schreinerei. Herr Busch zeigte uns einen Baumstamm, und wir erfuhren einiges über die Jahresringe, über die Maserungen im Holz und über die verschiedenen Holzarten. Er zeigte einige Werkzeuge, die ein Schreiner so braucht: verschiedene Sägen und den Hobel. Wir durften auch sägen und hobeln. Es war nicht so anstrengend wie das Schmieden.
Wir erfuhren, dass früher die Möbel verzapft wurden. Heute werden die Möbel eher zusammengeschraubt, das ist billiger.
Dann gingen wir zu Herrn Witzmann in den Keramikhof. Herr Witzmann ist Töpfer von Beruf. Thomas kannte Herrn Witzmann, weil in Nierstein, dem Wohnort von Thomas, ein Brunnen aus Keramik steht. Herr Witzmann bestätigte, dass der Brunnen von ihm sei. Erst sprachen wir über Keramik, dann erzählte er uns, wie das Töpfern geht. Einige von uns wussten Bescheid, weil wir in unserer Schule auch mit Ton arbeiten und eine Töpfer-AG haben. Von einem großen Klumpen Ton wird ein Stück abgeschnitten. Das wird geschlagen, bis die Luft raus ist. Herr Witzmann legte ein Stück Ton auf die Mitte der Scheibe. Das nennt man zentrieren, sonst klappt es nicht auf der Töpferscheibe. Ruck-zuck hatte Herr Witzmann einen Becher hochgezogen und ihn mit Mustern verziert. Die frisch getöpferten Sachen kommen in einen Trockenschrank. Später werden sie gebrannt. Herr Witzmann nahm noch einmal ein Stück Ton, und wir mussten ihm sagen, wie er es machen soll. Daran hat Herr Witzmann gesehen, ob wir alles verstanden haben.
Herrn Witzmann kann man beim Arbeiten zusehen. Wenn er töpfert, setzt er sich in seinem Atelier ins Schaufenster und die Leute, die vorbei gehen, können ihm zuschauen. Israfil hat das schon gemacht, wenn er beim Brotholen am Keramikhof vorbeigeht.
Wir fanden die Idee von den Handwerkern gut, uns zu zeigen, wie sie arbeiten. So haben wir einen Einblick in drei Handwerke bekommen.