Schüler auf der Suche nach Alternativen

Von
Philipp Hachenberg
ALZEY Der Schulgarten des Elisabeth-Langgässer-Gymnasiums (ELG) stellt mitten in der Stadt Alzey eine grüne Oase dar. Leider wird diese Idylle vielleicht bald der Vergangenheit angehören. Der Landkreis plant den Bau einer Mensa im Rahmen der Ganztagsprojekte beider Gymnasien. Für das Gebäude soll die Fläche des rund 2800 Quadratmeter großen Gartens genutzt werden.
Im Schulgarten befinden sich eine Reihe alter und schützenswerter Pflanzen, darunter 40 große Bäume, fast 20 verschiedenen Sorten, daneben unzählige Sträucher und kleine Pflanzen, Tiere, vor allem Vögel und Eichhörnchen und ein kleiner Teich.
Mensa statt Garten
Für den Bau der Mensa und die Einrichtung neuer Bushaltestellen hat der Landrat vor, den Schulgarten zu opfern. Vor einigen Wochen war nach dem schweren Unfalls eines Schülers an der Bushaltestelle der Stadthalle wieder die Diskussion um die Sicherheit der Schüler entbrannt. Erste Sofortmaßnahmen für die Verbesserung der Sicherheit wurden auch schon ergriffen (die AZ berichtete), auf lange Sicht jedoch muss die Bushaltestelle von der Stadthalle verlegt werden.
Nach Auskunft von Landrat Görisch gegenüber der Interessengemeinschaft Schulgarten sei dies die preiswerteste Variante, auch weil das Grundstück bereits im Besitz der Stadt Alzey ist.
Dass eine zeitnahe Lösung für eine neue Bushaltestelle gefunden werden muss und dass für eine Ganztagsschule eine Mensa benötigt wird, steht außer Zweifel. Doch die Verantwortlichen werden auch darauf achten müssen, dass kein neues Gefahrenpotential geschaffen wird. Denn, um die Mensa zu erreichen, müssen die hungrigen Schüler die von Bussen und Autos befahrene Frankenstraße überqueren.
Die Initiatoren und Betreibern des Schulgartens haben inzwischen viele kreative Vorschläge entwickelt, die als Anregung für eine andere Konzeption dienen können. Da wären zum Beispiel die Möglichkeiten, die Mensa in den „RöKaVisions-Hof“ zu bauen, die Rundsporthalle aufzustocken oder die Mensa auf Stützen (wie in der Mainzer Römerpassage) über die Ruinen des Römerkastells zu bauen, zumal ein Historiker bemerkte, dass das Risiko bestehe, dass im Schulgarten beim Bau ebenfalls römische Überreste gefunden werden könnten.
Eine viel versprechende Lösung, die auch den Verkehr und die Sicherheit der Schüler beträfe, wäre eine Teilstilllegung der Frankenstraße. In jedem Fall ist hinter dem Sportplatz des ELG auf dem freien Platz neben dem Schulzentrum genug Raum für eine Erweiterung der dortigen Bushaltestelle.
Letztendlich sollten Stadt und Kreis eine bezahlbare Lösung finden, die sowohl einen geeigneten Platz für Bushaltestelle und Mensa als auch den Erhalt des Gartens verspricht.