Besuch in Moschee / Vorurteile ausräumen

Von
Lisa Hepp
Die Ethikklasse 8 der Fritz-Straßmann-Realschule hat die Ahmadiyyat-Moschee in Groß-Gerau besucht, eine Moschee für pakistanische Moslems. Herr Munir, der Imam der Moschee, war so freundlich, die Schüler über verschiedene Gebote des Islam aufzuklären.
„Religion des Friedens“
Die im Jahre 610 gegründete Religion sei keine Religion der Gewalt, sondern des Friedens, erklärte er. Ahmadiyyat ist eine Gemeinschaft des Islam mit 30 Moscheen in Deutschland. 1 500 Menschen gehören zu der Gemeinde in Groß-Gerau. Herr Munir führte die jungen Gäste in den Gebetsraum und erklärte ihnen die Pflichten und Gewohnheiten eines Moslem. Auch erläuterte er Gesetze, aber auch deren Ausnahmen. So darf ein Muslim keinen Alkohol trinken, jedoch alkoholhaltige Medizin, falls es keinen anderen Weg zur Genesung gibt.
Anhand seiner Korankenntnisse klärte er die Schüler über den Begriff des „Dschihad“, des „Heiligen Kriegs“, auf. Er nannte die Zusammenhänge mit dem Koran, und was im Koran zu diesem Wort darüber zu finden sei. So sei der Begriff „Dschihad“ im Koran mit der Anstrengung verbunden, ein besserer Mensch zu werden und gegen die eigenen Schwächen anzukämpfen.
Ein weiteres großes Thema bei der Diskussion in der Moschee war die Behandlung der Frauen im Islam. Doch auch hier konnten viele Missverständnisse aufgeklärt werden. Denn es stehe nicht im Koran, dass man eine Frau schlagen dürfe, so Munir.
Recht auf Bildung
Außerdem, so der Imam, hätten Frauen im Islam ein Recht auf Bildung und dürfen selbstverdientes Geld – im Gegensatz zum Ehemann – für sich verwenden. Der Besuch war sehr spannend und aufschlussreich und die Herren der Moschee waren sehr gastfreundlich, fanden die Schülerinnen und Schüler. So gab es Eis und etwas zu trinken für alle gratis.
Die Autorin ist Schülerin der Fritz-Straßmann-Realschule Hechtsheim