Vielseitiger Schauspieler: Wolfgang Maria Bauer

Der Schauspieler Wolfgang Maria Bauer war in vielen TV- und Kinoproduktionen zu sehen, darunter in Spielbergs „Schindlers Liste“. Seit Herbst 2004 ist er der neue „Siska“ in der gleichnamigen Freitagskrimi-Reihe des ZDF.

Frage: Wie sind Sie zur Schauspielerei gekommen?
Bauer:Durch Zufall. Ich brauchte Geld und bewarb mich deshalb als Beleuchtungsstatist an den Kammerspielen, dadurch fand ich Gefallen an diesem Job. Ich studierte damals Theaterwissenschaften, aber nur, weil es da leichte Scheine schnell gab… und meine Bewerbung zur Aufnahmeprüfung war nur ein Versuch, wie so viele andere auch als junger Mann, der alles ausprobieren musste…
Frage: Haben Sie Angst, im wahren Leben mit „Siska“ verglichen zu werden?
Bauer: Gar nicht. Werde ich nicht. Privat trage ich Brille und kaputte Lederjacke. Mich erkennen nur wenige Leute. Und wer mich mit „Privatem“ und „Siska“ zusammenbringen will, der ist mir nicht wirklich wichtig, weil er nicht begreifen will, dass ich meinen Beruf tue.
Frage: Welche Rolle, die Sie bis jetzt gespielt haben, war für Sie persönlich die beste?
Bauer: Immer die letzte. Denn ich hoffe zumindest, dass ich mit jeder neuen Rolle besser geworden bin.
Frage: Stehen Sie lieber auf der Bühne oder vor Kameras?
Bauer: Momentan lieber vor der Kamera. Auf der Bühne muss man den Körper als Ausdrucksmittel bis zur letzten Reihe benutzen. Vor der Kamera viel weniger und eigentlich sind nur die Augen das Instrument. Die Augen zeigen mehr Seele als der Körper. Und in den Augen liegt gewiss der größere Schatz.
Frage: Sie sind auch noch Autor. Über welche Themen schreiben Sie am liebsten?
Bauer: Habe gar keine Themen. Themenschriftstellerei ist grausig. Ich schreibe, was ich „muss“, was mir passiert. Pointiert, aber doch richtig. Deshalb bin ich eher ganz klassisch: „Geschichtenerzähler“.
Das Interview führte Leonie Sackmann, Schülerin der BBS III