Die Klasse 4a der Grundschule Trebur besucht das Druckzentrum der Verlagsgruppe Rhein Main

kro. TREBUR/MAINZ 1,4 Millionen Tageszeitungen und 1,3 Millionen Anzeigenblätter sowie Sonderbeilagen werden wöchentlich im Mombacher Druckzentrum der Verlagsgruppe Rhein Main produziert, in der auch die „Main-Spitze“ erscheint. Im Rahmen des Projektes „Schüler lesen Zeitung“ durften erstmals auch Grundschüler das Druckzentrum besuchen.
Aus Versicherungsgründen war ein Besuch bisher nicht möglich gewesen. Jetzt aber konnte auch Astrid Reschke mit ihrer Klasse 4a der Grundschule Trebur diese Möglichkeit wahrnehmen. Weil im Unterricht drei Wochen lang an dem Projekt gearbeitet wird, kannten sich die Kinder mit der Funktion von Anzeigen und der Arbeit von Redakteuren und Fotografen bereits aus. Jetzt konnten sie mit einigen Eltern auch die Herstellung der Zeitung im Druckzentrum verfolgen.
Als Einstieg wurde ein zehnminütiger Film über Funktion und Entstehung der Zeitung vor der elektronischen Übertragung der Seiten ins Druckzentrum gezeigt. Anschließend beobachtete die Gruppe die einzelnen Stationen des Druckprozesses. Wegen des Lärmes in der Halle konnten die Mädchen und Jungen den Erklärungen des Leiters der Führung nur über einen „Knopf im Ohr“ lauschen.
Die Kinder staunten über die riesigen Papierrollen, die durchschnittlich 20 000 Meter aufbereitetes Altpapier enthalten. Täglich werden 80 Tonnen geliefert. 16 200 Tonnen und 250 Tonnen Farbe betrug der Verbrauch allein im Jahr 2007.
Die elektronisch von den einzelnen Redaktionen übermittelten Seiten – so auch aus Rüsselsheim – werden zuerst auf dünne Druckplatten aus Aluminium übertragen, die später auf die Druckzylinder gespannt werden. 550 000 dieser Druckplatten werden jährlich belichtet und später zum Beispiel in Form von Getränkedosen wiederverwendet. Schon bei normalem Tageslicht würden die Platten zerstört, weil die Oberfläche so lichtempfindlich ist, erfuhren die Viertklässler durch ihre zahlreichen Nachfragen. Auch die eigentliche Druckmaschine, durch die in jeder Sekunde 9,9 Metern Papier sausen, sorgte für große Augen.
In drei Schichten wird rund um die Uhr gearbeitet. 22 Stunden lang werden Zeitungen, Wochenblätter, Anzeigenblätter und Beilagen gedruckt. Zwei Stunden lang können dann Reparaturen, und zwar zwischen 4 und 6 Uhr, durchgeführt werden, wie die Schüler auf die Nachfrage nach der verbleibenden Zeit erfuhren.
Vor der Heimfahrt durften die Kinder sich dann noch Unterlagen zur 400-jährigen Zeitungsgeschichte und einen Comic zum Ausmalen mitnehmen, in dem der gesamte Druckprozess noch einmal kindgerecht erklärt ist und daheim nachgelesen werden kann. Auch die erwachsenen Begleiter können sich anhand von Info-Material noch einmal das Druckverfahren mit den Farben Gelb, Cyan, Magenta und Schwarz vor Augen führen und den Weg der Zeitung vom Fußballspiel bis an den heimischen Kiosk oder den Küchentisch verfolgen.