Schüler des Paul Schneider Gymnasiums besprechen im Rahmen der Aktion „Lernort Kino“ den Film „LA Crash“

Von Alexander Euler, Juliana Nehrbaß und Julian Rahn
MEISENHEIM Die Klasse 10 a des Meisenheimer Paul Schneider-Gymnasiums beteiligte sich unter der Leitung ihres Lehrers Gerd Weber im Rahmen der AZ-Aktion „Schüler lesen Zeitung“ auch am Projekt „Lernort Kino“. Die Schüler sahen sich im Sobernheimer Rex-Kino den Film „LA Crash“ an , drei von ihnen schrieben folgende Kritik.
„Was haben wir? Einen toten Jungen.“ Verstört blickt Detective Waters auf einen von der Spurensicherung gekennzeichneten Turnschuh. Sein Blick schweift ab über die nächtliche Skyline von L.A.Regisseur Paul Haggis findet in seinem Episodenfilm L.A.Crash erschreckend realitätsnahe Bilder für die gesellschaftlichen Probleme in der US-Großstadt.
Der Film L.A.Crash wechselt ständig die Ebenen des Geschehens. Zwischen den sechs verschiedenen Handlungssträngen wird die Szenerie immer wieder eingefroren.
Durch den gezielt eingesetzten Handlungswechsel prallen mehrere Charaktere aufeinander, die verschiedener nicht sein könnten. So unter anderem zwei Autodiebe, ein persischer Ladenbesitzer, ein Schlosser und ein Bezirksstaatsanwalt. Während zu Beginn des Films jede einzelne Persönlichkeit kurz eingeblendet wird, verbindet das Schicksal alle Darsteller nach und nach miteinander, bis am Ende der Kreislauf wieder mit der Anfangsszene des Films geschlossen wird.
Keiner ist in diesem oft emotionalen Film nur Opfer oder Täter, sondern immer beides. So muss sich der Ladenbesitzer Farhad (Shaun Toub) beim Kauf einer Schusswaffe zum Selbstschutz als „Osama“ beschimpfen lassen. Als sein kleiner Laden dann erneut überfallen wird, beschuldigt er den dunkelhäutigen Schlosser Daniel (Michael Pena). Dieser hat ihm zwar ein neues Schloss in die Tür eingebaut, aber ihm auch den Rat erteilt, er solle sich eine neue Tür zulegen, da die alte kaputt sei. Doch Farhad befolgt diesen Rat nicht. Vor lauter Wut und Verzweiflung über die Zerstörung seiner mühsam aufgebauten Existenz macht sich Farhad auf, um den Latino fälschlicherweise zur Rechenschaft zu ziehen. Doch auch hier lässt das Schicksal seine Finger nicht aus dem Spiel…
„Crash“ beschäftigt sich mit Vorurteilen und Diskriminierung, die aufgrund verschiedener Hautfarben und Abstammungen ausgelöst werden. Wut und Intoleranz scheinen der Auslöser hierfür zu sein, oder ist es vielleicht auch die Angst der Menschen voreinander?
Haggis schafft es mit seinen packenden Szenen, ein aktuelles und täglich auftretendes Thema so darzustellen, dass der Zuschauer die menschliche Angst vor dem Unbekannten und Fremden spürt. Denn nichts und niemand ist das, was er zunächst zu sein scheint.
Allein ein Eindruck lässt sich am Ende des Films bemängeln. Als alles in Scherben liegt und jedes einzelne Leben zerrüttet zu sein scheint, findet jedes Schicksal eine doch allzu schnelle Lösung. Ist dies nicht zu sehr den Klischees von Hollywood-Streifen angepasst? Hat Rassismus im wirklichen Leben ein „Happy End“?
Doch wann kommt es zum nächsten wirklichen Crash, zur Berührung…?