Immer öfter enden Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen mit Schlägen und Tritten

An Deutschlands Schulen gehören Schläge und Erpressung unter Jugendlichen fast schon zum Alltag. Seit 1993 ist die Zahl der wegen Gewalttaten polizeilich registrierten jugendlichen Tatverdächtigen um 53 Prozent angestiegen. Oft kommt es sogar zu regelmäßigen körperlichen Angriffen.
So beispielsweise dieser Fall: In einer Schule in Hannover gab es Ende November 2005 einen besonders heftigen Fall. Georvest (13) schlägt den 15-jährigen Kevin ohne jegliche Vorwarnung mehrmals und hört erst auf, als eine Lehrerin dazwischen geht.
Der zusammengeschlagene Schüler wird sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Nach einer Operation wird er ins künstliche Koma versetzt. Er hat zwar überlebt, bleibt aber vermutlich sein Leben lang ein Pflegefall.
Sogar das Jugendamt war vorher schon auf Georvest aufmerksam geworden und hatte ihm ein Antiaggressionstraining verordnet. Doch nicht nur Jungs schlagen zu – immer mehr Mädchen wenden Gewalt an.
So kommt es, dass 18 Prozent aller Körperverletzungsdelikte von Mädchen begangen werden. Jedes vierte Mädchen von 14 bis 18 Jahren hat im letzten Jahr jemanden verprügelt!
Die Meinung darüber, ob die Gewalt unter Teenagern wirklich zugenommen hat, gehen allerdings auseinander. Marius Fiedler, Leiter der Jugendstrafanstalt Berlin, meint: „Es gibt keinen Trend zur Gewalt. Die öffentliche Aufmerksamkeit ist nur größer geworden.“
Allerdings stellten Experten fest, dass sich die „Qualität“ der Gewalttaten verändert hat – war früher mit einem Schlag ins Gesicht Schluss, so hören heutzutage manche Kinder nicht einmal auf zu treten, wenn das Opfer hilflos am Boden liegt.
Von J. Pfeifer und J. Hagen, Klasse 8a der Theodor-Fliedner-Schule, Wiesbaden