Bootcamps als „Besserungsmaßnahme“ für straffällige Jugendliche

HOFHEIM Es gibt zwei Arten des Bootcamps. Die eine Form dient der Besserung und Rehabilitation von Straftätern, besonders oft sind es straffällig gewordene Jugendliche. Das Bootcamp dient als alternative für zwei- bis dreijährigen Haftstrafen. Die Aufenthaltsdauer beträgt mindestens 120 Tage, wobei sich der Häftling extremer physischer und psychischer Belastung aussetzt, die schon an eine Art der Folter angrenzt. Für Bootcamps sind nur Straftäter mit Vergehen wie Mord und Totschlag nicht zu gelassen. In den Camps wird der Wille der Sträflinge gebrochen um ihn im Nachhinein wieder „richtig“ aufzubauen.
Die Kosten der Unterbringung im Bootcamp betragen weniger als die Hälfte eines Aufenthalts in einem gewöhnlichen Gefängnis.
Die zweite Form ist mehr eine Art Erziehungsanstalt, in die Jugendliche allein auf Wunsch ihrer Eltern gebracht werden. Dafür können je nach Zustand und Status der Einrichtung sehr hohe Gebühren anfallen. Kinder die sich gegen die Einweisung in das Camp widersetzen, können mit Gewalt dazu gezwungen werden. Die Jungendlichen werden einer Gehirnwäsche unterzogen, die sie darauf ausrichtet wie ein disziplinierter Soldat Anordnungen von höher gestellten Personen ohne zu Hinterfragen Folge zu leisten Zum Erreichen dieses Ziels wird auch hier der Wille der Jugendlichen gebrochen um anschließend wieder aufgebaut zu werden. Dies wird mit extremer seelischer Belastung und nach „entsprechendem Fehlverhalten“ auch mit körperlicher Züchtigung erreicht. Die Flucht wird durch extreme Sicherheitsvorkehrungen nahezu unmöglich.
Annähernd 65 Jugendliche sind in den letzten 20 Jahren umgekommen, der Großteil durch Selbstmord.
Das Konzept der Bootcamps ist hart umstritten, wobei unter anderem auch ein Verstoß gegen die Menschenrechte in dem Programm der Bootcamps gesehen wird.
Ruben Falke, 8. Klasse, Main-Taunus-Schule, Hofheim